(Deutsch) Mit Kind und Kegel ins fremde Bett
Der Trend zum Urlaub-machen-in-fremden-Wohnungen klingt für uns interessant. Da wir eher aus der Backpackergeneration kommen und All-Inclusive-Urlaube für uns nach Spießertum hoch 20 klingen, dachten wir, das probieren wir aus.
Bevor wir uns in entfernte Städte und Länder wagen, mieten wir erst einmal eine Wohnung in einem uns fremden Stadtteil Berlins, nämlich Schöneberg. Die Buchung über 9flats.com war so einfach, am liebsten hätten wir gleich weitergebucht. 10 Minuten gesucht, 5 Minuten gebucht, über Paypal gezahlt, fertig.
Und los geht’s, 3 Frauen, 3 Kleinkinder, 3 Laptops, naja und 3 Reisebetten, 3 Reisetaschen, 3 Spielzeugkoffer. Für eine Nacht nicht übel aber es lohnt sich. Begrüßt werden wir von einer sehr, sehr netten Frau.
Schlüsselübergabe. Treppe hoch, 1. Etage (wie praktisch!) und nix wie rein in die Wohnung. Unsere Vorfreude ist ansteckend, auch die Kleinen sind ganz aufgeregt, die Räumlichkeiten mit erobern zu dürfen.
Alle Türen auf. Wer schläft wo? Oh, ein schönes Bad! Wir haben schon immer kleine Kacheln gemocht. Kinderstuhl und Kinderbett auch da und schaut mal, in der Küche stehen frische Blumen auf der charismatisch alten Tischplatte. Erster Eindruck: tolle Wohnung! Wirklich geschmackvoll. Die Kinder haben natürlich schon sämtliche Schubladen aufgezogen und tatsächlich Spielzeug gefunden. Vielleicht Familienerbstücke, aber nicht fragil, sondern praktisch robust und bespielbar.
Nun erstmal raus und Schöneberg von seiner schönen Seite kennen lernen. Vor der Tür direkt erstmal ein wenig abgewetztes Volk. Egal, schon 20 Meter weiter treffen wir nette Leute und auch eine Mutter. Wo sind hier die netten Spielplätze? Wo gibt es denn hier Eis? Die Minis brauchen ein Ziel und Motivation. Also schlendern wir, erst Hauptstraße vorbei an der HDK Fachgebiet Graphik, dann rein in den Kiez Goldtzstraße. Stop! Schöner Laden, Mode für Mutter, Frau und Kind und im Laden selbst Frau Mama Ladeninhaberin mit Familie. Ein Foto gemacht und dann weiter um die Ecke hin zum Eisladen. Erstaunlich leckeres Eis, ein bisschen zufälliges Promigucken und hops nach Hause. Eine Pizza auf dem Rückweg eingepackt und dann, als die Kinder erschöpft und glücklich eingeschlummert sind, mit einem Glas Wein auf dem Balkon den Abend genießen. Wir sind total begeistert. Die Wohnung ist kinderfreundlich, die Umgebung ist kinderfreundlich und die Kinder sind muttifreundlich.
Und für alle Mütter die Berlin noch nicht so richtig kennen aber gern kennen lernen möchten, unsere Hauptstadttipps hier:
Laufmamalauf
Super für Muttis mit Babys und Kinderwagen. Einmal pro Woche trifft man sich mit Lauftrainerin im Volkspark Friedrichshain zum Laufen. Man fühlt sich tatsächlich ein wenig wie im Hydepark in New York. Krasses Großstadtfeeling! Mehr dazu hier.
Kinderwagenkino im Babylon
Die Erfindung des Jahrhunderts schlechthin. Jeden Mittwoch veranstaltet das Babylon-Kino in Mitte um 11 Uhr das Kinderwagenkino. Gezeigt werden aktuelle Filme in gedämpfter Lautstärke und gedämpftem Licht. Für alle Mütter mit Kindern zwischen 0 und naja 8 – 10 Monaten. Man fühlt sich wieder etwas dazugehörig.
Hamam für Frauen
Wir hätten uns ja nie alleine hinein getraut. Aber unsere türkischen Mutti-Freundinnen haben uns mitgenommen. Man fühlt sich soooooo gut, eigentlich möchte man gar nicht mehr nach Hause. Zum Glück kann man immer wieder hin! Mehr dazu hier.
Kauf Dich Glücklich
Noch im Stillmodus? Wir empfehlen Kuh-Waffeln mit Sahne und Kirschen und Eis und Schokostreusel. Mmh! Nicht mehr im Stillmodus? Trotzdem essen. Super lecker und nebenbei Berlin-Shopping der Extraklasse – Schmuck, Taschen, Kleider. Mehr dazu hier.
KaDeWe und LaFayette
Für schlechte Tage und Kinderstress: Kind beim Papa parken und ab ins KaDeWe, wahlweise ins LaFayette und mal so richtig einen auf Queen machen – Maniküre, Pediküre, MakeUp und dann noch Klamotten shoppen. We like!
Deutsche Guggenheim
Es ist Montagvormittag und Ihr wisst nicht, wohin? Das Deutsche Guggenheim Unter den Linden öffnet jeden Montag sein Türen kostenlos. Herrlich entspannt und immer was zu sehen.
Fotos: Bianca Koczan Text: Isa Grütering, Bianca Koczan, Claudia Kahnt


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