Berlinale 2016: Was ihr nicht verpassen solltet!

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Ja, der Februar ist grau und böse. Aber er hat auch sein Gutes: die Berlinale! Morgen gehts los, und weil das größte Publikumsfilmfestival der Welt für jeden da ist, gibt’s hier gleich mal ein paar Tipps & Tricks cash auf die Kralle. 

Internationaler Wettbewerb & Jury

Als viel zitiertes politisches Festival gibt es auf der Berlinale 2016 (11.-21. Februar) selbstverständlich zig Filme zur aktuellen Lage der Nationen zu sehen. Allen voran der auf Lampedusa gedrehte Fuocoammare im Wettbewerb. Festivaldirektor Dieter Kosslick spricht in einem knackigen Stichwort-Interview mit dem Tagesspiegel über Flüchtlingsfilme, Willkommenskultur im Rahmen der Berlinale und über den grundsätzlich und zu Recht bemängelten geringen Frauenanteil im Filmbiz. Fürs Protokoll: Von fast 400 Filmen im Programm sind etwa 100 Filme von Frauen. Da ist noch Luft nach oben!

Über zu wenig Frauen in der Internationalen Festivaljury kann man dieses Jahr jedoch nicht klagen: Mit Jurypräsidentin Meryl Streep, Fotografin Brigitte Lacombe, Schauspielerin Alba Rohrwacher und Regisseurin Ma?gorzata Szumowska treffen die Herren Eidinger, Owen und James auf eine geballte Ladung Frauenpower.

Aus der Fülle der besagten 400 Filme einige rauszufischen, ist irgendwie fies. Und subjektiv. Bleiben wir einfach mal beim Wettbewerb. Ich setze da entweder auf mein Bauchgefühl oder auf mir bekannte FilmemacherInnen oder SchauspielerInnen. Sofort ins Auge gesprungen ist mir Julia Jentsch in 24 Wochen. Sie spielt eine Entertainern, die während ihrer Schwangerschaft erfährt, dass ihr Kind krank zur Welt kommen wird. Krasses Thema, raus damit aus der Tabu-Zone! Oder United States of Love, der im Polen der Neunzigerjahre vier Frauen und ihre Träume, Sehnsüchte und Hoffnungen beleuchtet. Ein absolutes Muss für Hip-Hop-Fans ist Spike Lees Chi-Raq, der Aristophanes‘ Komödie „Lysistrata“ ins heutige Chicago verpflanzt. Und wer die Story kennt, weiß, dass weibliche List darin eine tragende Rolle spielt. Auch auf Thomas Winterbergs neues Werk The Commune über ein soziales Experiment in den Siebzigerjahren bin ich mehr als gespannt. Dogma verpflichtet.

Generation: Kinder- und Jugendfilme

Und wer noch nicht wusste, dass die Berlinale eine eigene Sektion mit Kinder- und Jugendfilmen namens „Generation“ hat, sei hiermit dringlichst darauf hingewiesen. Zur Einstimmung empfiehlt es sich, dieses Interview mit der Leiterin Maryanne Redpath zu lesen. Danach möchte man sofort das ganze Programm sehen! Besonders gespannt bin ich auf den koreanischen The World of Us (empfohlen ab 9 Jahren) und den irakischen Dokumentarfilm Life on the Border (empfohlen ab 12 Jahren).

Kartenvorverkauf

Zum höchsten cineastischen Vergnügen benötigt man natürlich eines: Tickets. Und das ist für das geneigte Nicht-Fachpublikum meist mit etwas Anstrengung aka Anstehen verbunden. Seit Montag kann man (auch online) Tickets erstehen, hier alle harten Fakten auf einen Blick. Wenn ihr euch beeilt, habt ihr gute Chancen auf Tickets für Filme, die am Berlinale Publikumstag (21. Februar) und bei Berlinale goes Kiez laufen. Also nüscht wie ran an den Speck!

Roter Teppich, Night Talks & Partys für alle

Und wer einfach nur mal Berlinale-Luft schnuppern möchte, möge an den Potsdamer Platz pilgern und sich vor den großen Premieren an den Roten Teppich stellen. 2011 bin ich ganz zufällig dort gelandet und wen habe ich gesehen? Isabella Rossellini. Vier Meter von mir entfernt ist sie in den Berlinale-Palast geschritten. Ganz großes Kino!

Und wenn man schon mal vor Ort ist, kann man sich in der radioeins xXLounge im 1. Stock des CinemaxX die immer sehr unterhaltsamen Berlinale Night Talks mit Kino King Knut Elstermann ansehen und anhören. Täglich von 22 Uhr bis Mitternacht interviewt er hier internationale FilmemacherInnen und SchauspielerInnen, und ab und an hat er auch einen prominenten Gastkritiker an seiner Seite, dieses Jahr z.B. Martina Gedeck und Andreas Dresen. Eintritt frei!

Auch die Partygänger unter euch sollen nicht leer ausgehen: Am MI, 17. Februar, findet die große Festiwelt-Party im Konsulat statt, bei der auch der Ex-Berliner mitmischt. Fetzt bestimmt! Und wer am nächsten Abend (DO, 18. Februar) noch lustig ist, kann bei Wilson Gonzalez Ochsenknechts Party Bingolinchen mit Filmriss im Prinz Charles vorbeischauen und sich ein free Mettbrötchen einverleiben.

Alles viel zu analog? Hier geht’s zu den apps samt Video-Übertragungen von Pressekonferenzen, Photo-Calls, Eröffnung, Preisverleihung und Rotem Teppich. Und auf instagram gibt’s natürlich täglich tolle pics.

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