Food-Friday: Selbstgemachte Pasta mit Kräutermuster

Zutaten Nudelteig

Food-Friday auf Hauptstadtmutti – was für eine großartige Idee! Heute gibt’s lustige Pasta mit einer sehr speziellen „Nur-Sauce-Sauce“, aber bevor es losgeht, möchte ich Claudia und Isa gern danken, dass sie uns auf ihrem tollen Blog mit einem monatlichen Beitrag zu Gast haben. Wir – das sind Arne und ich (noch eine Claudia) vom Berliner Food- und Fotografie-Blog Food with a View  und wir freuen uns auf unsere kleine Blog-Kooperation.

Kinder, die selbst im Hochsommer keine Nudeln mit Sauce lieben, gibt es wahrscheinlich nicht – genauso wenig wie Eltern, die diesen Evergreen nicht für kulinarisch suboptimal halten. Die Lösung für beide Seiten ist selbstgemachte Pasta mit Kräutermustern – sehr stylish, sehr lecker und mit zwei großen und vielen kleinen Händen sowie einer halbwegs robusten Nudelmaschine super hinzubekommen.

Kürzlich hatten eine gute Freundin und ich daher die Idee, ihrer kleinen Tochter und meinem Patenkind die Kunst der Vollkorn(!)-Nudelmanufaktur nahezubringen. Kinder sind ja bekanntlich nicht so versessen auf Vollwert und Grünzeug, aber die Süße war tatsächlich mehr als zufrieden. Seitdem bin ich überzeugt, dass Kids sogar eine schrecklich gesunde Gemüseplatte lieben würden, wenn sie die selbst zubereiten und nach ihren Vorlieben verzieren dürften. Etwas Ahornsirup soll da zum Beispiel Wunder wirken – ein Vorschlag, den kürzlich CNN Travel im Rahmen der Hitliste World’s 50 best foods auf Platz 34 unterbreitete.

Zurück zu den Nudeln: Als ich den kleinen Pasta-Fan fragte, welche Sauce sie gut finden würde, gab sie „Nur-Sauce-Sauce“ an. Ach so. Woraus die denn bestünde? Nun, aus Sauce! Logisch, war ja auch eine blöde Frage. Farbe? Schwarz natürlich! Geht klar … Wir einigten uns auf Tomaten-Nur-Sauce-Sauce mit immerhin schwarzem Pfeffer, und wir Erwachsenen mogelten am Ende noch reichlich frische Kräuter mit hinein. Dass die Gnade fanden, lag wahrscheinlich daran, dass mein zauberhafter kleiner Gast während der Nudelherstellung bereits eine innige Beziehung zu den kleinen grünen Blättchen aufgebaut hatte. Kleine Tricks für den guten Zweck ;-).

Und nun zum Rezept. Ein kleines bisschen Zeit braucht man dafür, denn Kinder finden es meist ganz großartig, die Pastamaschinen-Kurbel so oft wie möglich zu drehen und die schicken Kräuter-Muster zu bestaunen, bevor alles im Kochtopf landet …

Zutaten für drei mittelgroße Portionen

Für die Pasta:

250 g gesiebtes Vollkorn-Dinkelmehl (wenn ihr Weißmehl bevorzugt, am besten ein spezielles Pastamehl nehmen und etwas weniger Wasser verwenden)

150 ml Wasser

1 Prise Salz

1 EL Olivenöl

2 Handvoll gemischte Kräuter (in ganzen Blättern und mit sorgfältig entfernten Stielen), z.B. Majoran, feine junge Rucola-Blätter, Kerbel, Salbei, Basilikum, Estragon, Koriander, Dill …

Für die Sauce:

5 große Tomaten, grob gehackt

2 große Schalotten, fein gehackt

1 Knoblauchzehe, fein gehackt

1 Handvoll gemischte Kräuter, gehackt

3 EL Sahne

2 EL Olivenöl

Salz und Pfeffer

1 Prise Rohrzucker

Ein paar Bocconcini (Mini-Mozarella), halbiert

Zubereitung

Alle Zutaten für die Pasta mischen und zu einem elastischen Teig verkneten. In Folie schlagen und 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

2 Holzbretter leicht bemehlen und neben der Pasta-Maschine bereitlegen. Vom Teig ein Stück abteilen (ungefähr so groß wie eine halbe Faust) und länglich formen. Die flache Walze der Maschine auf Stufe 1 einstellen (das ist bei meiner Handkurbel-Macchina die weiteste Einstellung). Einmal durchrollen lassen, längs falten, leicht bemehlen und nochmals durch die Walze geben. Das macht man so lange, bis das Teigstück sich schon elastisch anfühlt und die volle Breite der Walze ausfüllt.

Nudelteig mit der Nudelmaschine

Nun den Teig nach und nach dünner auswalzen, und zwar bis zur Hälfte der Stufen (bei mir ist das 5 von 9). Er wird dabei immer länger, und das erste bemehlte Brett leistet gute Dienste, dass er nicht reißt oder zusammenklappt und klebt. Falten muss man hier übrigens nicht mehr, aber ab und an etwas Mehl auf die Teigplatte geben.

Die fertige Nudelplatte auf das zweite bemehlte Brett legen und mit einem weiteren Teigstück das ganze Prozedere wiederholen; am Ende sollte man zwei Platten ungefähr gleicher Größe haben. Die vorbereiteten Kräuter auf einer Nudelplatte verteilen – sie werden beim anschließenden erneuten Auswalzen auseinandergezogen, man kann sie also wirklich dicht an dicht legen. Die zweite Nudelplatte auflegen und sorgfältig rundherum andrücken.

Nun die Doppelplatte vorsichtig durch die Stufe 4 der glatten Walze rollen lassen. Bei Bedarf nochmals leicht bemehlen und durch die nächsten Stufen geben bis zur Stufe 7. Jetzt sollte man ein schönes Kräutermuster haben. Die Platte in Quadrate schneiden oder durch die Fettucine-Walze der Maschine geben. Auf dem bemehlten Holzbrett ca. 1 Stunde etwas trocknen lassen (Fettucine am besten auf einem Kleiderbügel trocknen).

Sauce-Sauce

In der Zwischenzeit die Sauce herstellen: Das Olivenöl in einem weiten Topf oder einer hohen Pfanne erhitzen, Schalotten und Knoblauch darin kurz anbraten. Tomaten und Kräuter zugeben (nur die robusten wie z. B. Thymian, zartere wie Basilikum erst am Ende zugeben) und ein paar Minuten einköcheln, um die Flüssigkeit zu reduzieren. Im Blender oder mit einem Pürierstab bis zur gewünschten Konsistenz pürieren (ich mag’s gern etwas stückiger). Zucker und Sahne zugeben, salzen, pfeffern und zurück auf den Herd stellen. Weiter kurz köcheln lassen, bis die Sauce etwas dicklicher wird.

Die getrockneten Nudeln in reichlich Salzwasser bissfest kochen (ca. 3 Minuten, Nudeln aus Weißmehl brauchen einen Tick weniger Zeit). Abgießen, in etwas Butter oder Olivenöl schwenken. Mit der Sauce, weiteren frischen Kräutern und den süßen kleinen Bocconcini servieren.

Guten Appetit!

Fotografie und Text: Claudia und Arne von Food with a View

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