Netz-News: Frauenpower beim Cannes Film Festival, Single Moms in Island & fünf Jahre Berliner Kneipenchor

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Ganz dicke Fische haben wir heute für euch gefangen: ein Frauen-Spezial zum Cannes Film Festival, ein Bildband mit alleinerziehenden Müttern aus Island und den ultimativen Spaßhab-Tipp für Freitag.

1. It’s that Cannes time of the year. Während sich die Crème de la Crème der Filmindustrie an der Côte d’Azur tummelt, tue ich Daheimgebliebene es ihnen auf den sozialen Medien gleich und lechze nach den neueste Filmkritiken und red carpet pics. Und dabei sind mir dieses Jahr doch tatsächlich ein paar positive feministische Entwicklungen aufgefallen.

„Männer zeigen Filme, und Frauen ihre Brüste“. Das ist nicht nur ein wunderbarer Filmtitel, so läuft das beim Cannes Film Festival. Männer machen Filme und Business, Frauen tun sich maximal als Darstellerinnen hervor und sollen vor allem eines: gut aussehen. Und das bitte in High Heels, man erinnere sich an #flatgate im letzten Jahr (ein paar Ladys wurde der Gang über den roten Teppich verwehrt, weil sie zu flache Schuhe trugen). 2016 scheint das kein Thema mehr zu sein: die wunderbar großartige Susan Sarandon erschien im todschicken YSL Anzug und schwarzen Jimmy Choo Flats zum Eröffnungsfilm, und Julia Roberts schritt sogar barfuß unter ihrer Armani Privé-Robe zur Premiere ihres Films „Money Monster“.

Neben Susan Sarandon und Julia Roberts gibt es erfreulicherweise noch ein paar mehr Schauspielerinnen jenseits der 40, die sich vor Blitzlichtgewitter-Events wie es das Cannes Film Festival nun mal ist nicht mit einer Ladung Botox das Gesicht polieren. Ja, man sah tatsächlich die ein oder andere FALTE. Und jetzt kommt’s: Das hat der Schönheit ihrer Trägerin gar keinen Abbruch getan. Merci auch an Naomi Watts, Juliette Binoche und Vanessa Paradis!

Aber zurück zur Frauenquote: Nur 15 Prozent der Wettbewerbsbeiträge sind von Regisseurinnen (hier ein guter Artikel zum Thema). Und jetzt tritt ausgerechnet eine Deutsche der Männerdomäne Cannes mal so richtig in den Arsch: Maren Ade, Regisseurin und Produzentin höchst unbequemer Filme („Den Wald vor lauter Bäumen“, „Alle Anderen“). Ihr aktuelles Werk Toni Erdmann läuft im Wettbewerb. Das allein gleicht ja schon einem Wunder, aber ein deutscher Film im Wettbewerb, der noch dazu mit positiven Kritiken überhäuft, für seinen Witz (!) gelobt und womöglich die Goldene Palme gewinnen wird? Unmöglich. Oder doch? Leute, es besteht echt Hoffnung. Auch für die Hauptdarstellerin, die großartige Sandra Hüller. Fingers so was von crossed!

2. Verlassen wir Cannes und wenden uns dem alltäglichen Leben zu: Papa, Mama und zwei gesunde Kinder – diese Konstellation ist gewiss schön, entspricht aber nicht der Lebensrealität vieler Menschen. In Island etwa werden 67 Prozent aller Kinder von unverheirateten Müttern geboren. Anders als zum Beispiel hierzulande scheinen sie aber nicht mit einem sozialen Stigma konfrontiert und sogar vom Staat ordentlich unterstützt zu werden. Das finden wir ausgesprochen interessant! Die Bilder zum Thema liefert die Fotografin Annie Ling in ihrem dokumentarischen Bildband Independent Mothers. Toll.

3. And now for something completely different: Der Berliner Kneipenchor feiert am Freitag, 20. Mai, seinen 5. Geburtstag. Also bitte rot im Kalender vermerken und denn mal auf nach Friedrichshain ins Süss. War Gestern. Dort steht schon das Konfetti kalt.

Fotos: instagram Festival de Cannes, Annie Ling // Text: Natascha Korol

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