Südtirol mit Kindern – Ein Reisebericht – Teil III: Auf der Alm

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Nach unserer aufregenden Anreise von Berlin über München, sind wir dann endlich in Südtirol mit den Kindern angekommen.

TAG 1:

Wir kamen im Dunkeln auf der Taser Familienalm auf 1500 Höhenmetern an und wurden als Erstes von einem riesigen Berner Sennenhund begrüßt. Ein echter Berghund. Die Kids waren sprachlos, der Kleinste fing an zu weinen. Zu groß, zuviel, zu aufregend war das alles, vor allem nach einer 12-stündigen Zugfahrt und einer sportlichen Serpentinfahrt mit dem Taxi.

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Die Koffer wurden in das Chalet gebracht, die Zimmer von uns gleich aufgeteilt. Alle riefen ein „Uui“ aus, beim Anblick dieser riesigen Wohnküche mit Balkon und mega Ausblick auf den mit Sternen funkelnden Abendhimmel. Weil die beiden Großen zu aufgeregt waren, um gleich zu schlafen, durften sie mit uns das kleine Abendessen einnehmen. Es wurde Brotzeit gereicht und ein wunderbarer österreichischer Wein „Lagrein“. Wie der uns rein lief … Während die Kinder ein Würstchen und etwas Kochschinken aßen und mit schweren Augen an dem selbstgebackenem Brot knabberten, genossen Isa und ich Wein in vollen Zügen, denn wir hatten die Anreise erfolgreich gemeistert.

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TAG 2:

Ha! Kinder-Gequassel aus dem Schlafzimmer der Boys. Der Kleinste fing erst einmal fröhlich an zu singen, morgens 7h. Es ist eben egal, wann Kinder abends ins Bett kommen. Ausgeschlafen wird nie. Und zack, saßen die drei Jungs auch gleich bei uns im Bett. Aufgeregt fragten sie uns: „Gehen wir heute endlich in die Berge?“ Wir sind in den Bergen. „Nein so richtig hoch.“ „Und in den Kinderclub?“ „Und ins Schwimmbad?“ Ok, sie hatten also alles noch mitbekommen gestern Abend. Obwohl sie völlig übermüdet waren, liefen sie brav mit und schauten sich genau um. Der Tag wurde schnell geplant: Frühstücken, einen Erkundungsspaziergang zum Indianerdorf, Mittagessen & Mittagsschlaf. Danach wollten wir spontan entscheiden. Den Kinderclub konnten wir nicht umgehen, der sah zu verlockend aus. Das Schwimmbad auch nicht, denn da fiel genau unser Blick vom Balkon drauf.

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Die schöne Lenka im Dirndl

Beim Frühstück hielten die beiden großen Jungs kurz inne, als Lenka mit dem Kaffee an unseren Tisch kam. Sie starrten sie beide sprachlos an. Als sie weg war, sagte der Eine: „Das ist die Frau von gestern – mit dem schönen Kleid!“ Ach! Ja, tatsächlich, Lenka hatte uns gestern Abend das Abendbrot in einem wunderschönen Dirndl ins Chalet gebracht.

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Wandern zu den Indianern

Wanderschuhe an, Stöcke in die Hand und los. Ging nicht so schnell, weil erst einmal die Seilbahn betrachtet werden musste. Wenn man ins Tal wollte und ohne Auto war, mußte man die Seilbahn nehmen. Wir aber gingen daran vorbei zum Indianerdorf. Das bestand aus kleinen Holzhütten und einem Jägerhochstand.

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Kaiserschmarren gabs viel zu wenig

Isas Jungs freuten sich während unseres ganzen Spaziergangs schon auf den Kaiserschmarren. Welche Erfüllung, als er dann vor ihnen stand. Es wurde gestopft, was das Zeug hält. Gute Luft macht hungrig und müde. Glücklich! Denn geschlafen wurde drei Stunden (!) und wir beiden Muttis saßen auf dem Balkon und genossen unsere freien, schon fast Auszeit ähnlichen Stunden. War das schön!

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Was uns wirklich begeisterte, war die unauffällige Aufmerksamkeit, die uns hier auf der Alm umgab. Wir kamen vom Frühstück, die Zimmer waren aufgeräumt, einmal lagen zwei Wellness-Gutscheine für uns auf dem Tisch. Wir sollten uns unbedingt eine Auszeit nehmen. Alles schien wie von Zauberhand. Am ersten Abend hatte ich mehrere Stühle als Rausfall-Stopp um das Bett meines Sohnes drapiert. Am nächsten Tag klemmte ein echtes Holzgitter als Stop am Bett. Wie aufmerksam ist das denn! Diese fleißigen Hände sahen wir nie … aber wir freuten uns sehr, über alles, was sie taten.

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Trampolin-Springen bis in den Himmel und zurück

Der Nachmittag gehörte der Alm und den so vielen Spielmöglichkeiten für Kinder. Es gab einen wunderbaren Spielplatz für größere Kinder und einen für Kleine 1 bis 3jährige. Für unser Jungs hätte aber sogar das große Trampolin mit dem großartigen Blick als nachmittägliche Belustigung völlig ausgereicht.

Ab in den Kinderclub, hieß es dann natürlich auch. Das hatten sie natürlich nicht vergessen. Dort blieben wie dann aber doch nicht so lange, denn das eigentliche Erlebnis sollte das hauseigene Schwimmbad werden. Ein Becken für Babys und eins für die Großen. Was für ein Spaß! Unsere tägliche Nachmittags- Abendbeschäftigung stand ab da fest.

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Bist du müde?

Nein, und trotzdem fielen allen die Augen zu! Trotz Aufregung auf den nächsten Tag, denn wir wollten einen Ausflug nach Meran machen und mit der Seilbahn ins Tal fahren.

TAG 3:

Heute war Seilbahn-Tag! Was für eine Attraktion. Aber vorher, liessen es sich die wilden Kerle nicht nehmen, das Trampolin zu nutzen und sich komplett zu verausgaben. Das gehörte nun zum täglichen Programm.

Frühstücken bedeutete  immer, an einem großen runden Tisch in einer Art Wintergarten zu sitzen und das Alpenpanorama um einen herum. Irgendwie hatte das alles etwas Surreales, denn soviel Berge, Sonne, ziehende Wolken und Idylle sieht man ja selten. Doch leider ist das genießen solcher Momente mit drei Jungs nicht wirklich möglich. Denn irgendeiner von ihnen schmeißt etwas um, muss auf Toilette oder holt sich Nachschlag am Kinder-Buffett und kommt mit einem wackelnden und überquellenden Schüsselchen voll Cornflakes zurück. Patsch! Nicht mehr auf den Tisch geschafft, alles liegt am Boden. Schnell und freundlich ist das Personal zur Stelle, zwinkert uns zu, sagt, so etwas passiert mit Kindern eben. Alles kein Problem. Wir atmeten tief durch und waren ihnen so dankbar. Denn irgendwie hatten wir schon die ganze Zeit das Gefühl, die Lautesten hier zu sein.

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„Ihr nehmt die Seilbahn um 9:15h fahrt runter nach Schenna, lauft über die Wiese bis zur nächsten Haltestelle und dann fahrt ihr direkt mit dem Bus bis nach Meran rein.“ Kurze Erklärung von Sepp, den wir nach dem besten Weg fragten. Ach toll, ein kleiner Spaziergang würde uns und den Kindern gut tun. Die Seilbahn war natürlich DAS Erlebnis. Uns wurde ein bisschen anders beim Hin und Her, die Kinder kreischten vor Vergnügen. Hatte so eine Art Riesenrad-Effekt bei ihnen.

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Eine rasante Rutschpartie nach Meran

Unten angekommen, suchten wir die Wiese. Den einzigen Wiesenweg den wir sahen, war der zwischen der am Hang gelegen Apfelplantage. Gut, also los. Ein Wiesenweg in Brandenburg ist definitiv etwas anderes als in Südtirol. Die Aussicht, den ganzen Tag in Meran zu verbringen, hatte uns dazu bewegt, leichtes Schuhwerk zu tragen. Isa trug Converse, die Jungs Sneakers und ich Flip-Flops. Der Kleinste saß im Buggy. Was für eine Schlitterpartie! Wir rutschten mehr, als das wir liefen, die Kinder fanden es aber toll und sahen dementsprechend aus. Uns kamen echte Wanderer in echter Ausrüstung entgegen, die uns nur völlig entsetzt anstarrten. Ja, wir sahen wirklich aus wie die Schildbürger, wie wir so mit drei Kindern, Flip-Flops an den Füssen und einem Buggy den Abhang hinunter rutschten. Hihi!

In Meran empfing uns der Sommer und ein sehr reizender junger Herr vom Touristik Verband Meran.

Sonnenbrille, dunkelblaues Jacket, weißes T-Shirt, so wurden wir in Meran begrüßt. Davide hatte ein kleines Programm für uns vorbereitet: Stadtführung, Thermenbesichtigung, Botanischer Garten, Wanderwege und ein Mittagessen im pur-Südtirol. Doch fand der Plan so nicht statt. Denn mit 3 Kleinkindern im Schlepptau, die alles anfassten, bei jedem Spielplatz anhielten und lieber Steine in den reissenden Fluß schmissen, war das Tempo dann doch erheblich langsamer. Doch auch das schien hier in Meran kein Problem zu sein. Und ich war heimlich so froh, dass ich meine Flip Flops an hatte. Denn in Meran waren 28 Grad und die Sonne schien so herrlich.

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Unser Spaziergang durch Meran fand seinen krönenden Abschluß mit einer riesigen Brotzeit im Pur Südtirol und mit dem besten Apfelsaft, den wir je getrunken haben. Ach herrlich! Wir gaben wahrscheinlich auch hier ein komisches Bild ab. Denn über Meran und die Region wollten wir viel wissen und fragten Davide immer wieder alles mögliche. Pur Südtirol war ein schöner Laden in dem es Produkte aus der Region gab. Ein bisschen erinnerte er uns an Manufactum. Alles schön! Die Kinder waren begeistert von der Nudelvielfalt und beim Anblick der Biere sagten der Kleinste nur: „Papa“. Auch interessant. Beim Wein dann: „Mama“.

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Wir wären gern noch eine Weile in Meran geblieben, aber die Kinder wollten nun alle wieder zurück auf den Berg und ins Schwimmbad. Davide hatte einen letzten Trumpf in der Tasche. Er versprach den Jungs eine Überraschung: Eis essen! Ab da fanden sie ihn großartig und sagten, er wäre nun ihr Freund. Wenn er wolle, könne er nun auch gern mit ihnen auf den Berg kommen und auch mit ins Schwimmbad gehen.

Zurück auf der Familienalm gab es zum Abendbrot lecker Knödel. Nur leider waren sie grün und das Geschrei groß! Doch dank Schwimmbad vorher, waren die Kids sooo müde, dass sie alle rechtzeitig im Bett verschwanden. Heidi empfahl uns eine wunderbare Flasche österreichischen Wein. Der Abend wurde verquatscht bei einem super Wein. Die Idee, abends, wenn die Kinder im Bett lagen, zu arbeiten verlegten wir auf den nächsten Tag.

TAG 4:

Heute gehen wir richtig wandern

Nach dem Frühstück packten wir unsere Rucksäcke, zogen den Kids die Wanderschuhe und die karierten Hemden an und los gings in die Berge. Heidi hatte uns einen sehr schönen Weg beschrieben, den wir mit den Kids in diesem Alter gut gehen konnten. Mittags wollten wir zurück sein, denn Mittagsschlaf war für alle ein Muss!

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Es gab wirklich für alle Zielgruppen verschiedene Wanderwege. Toll! Alle waren aufgeregt. Es ging an steilen Berghängen entlang durch den Wald und auf und ab. Die großen Jungs fanden natürlich sofort Stöcke, die sie zu Waffen umfunktionierten, um auf unsichtbare Tiere, Spiderman oder Wilde zu schiessen. Erstaunlicherweise lief auch der Kleinste mit seinen 2 Jahren ganz brav mit. Trotzdem hatte sich Isa eine Kinderrucksacktrage im Hotel ausgeliehen. Als der Kleine nicht mehr konnte, wurde er in die „Rakete“ gesetzt, wie die Großen sie nannten.

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Wurstpause

Zu jeder ordentlichen Wanderung gehört ein Picknick. Erst gab es lecker Südtiroler Äpfel und später gab es natürlich Würstchen mit Brot. Wie sie das so saßen auf dem Baumstamm und genüsslich schmatzten, konnte man fast glauben, es gibt nichts Besseres für Kinder auf der Welt, als in den Bergen zu sein.

Ansonsten beobachteten wir die Wolken, wie sie so um die Berge zogen und erklärten den Kindern, dass es bald Gewitter geben wird. Was für ein Thema! Gewitter, Blitzableiter, Blitz schlägt ein, grelles Licht, warum? Das alles musste erklärt werden und das nun Pilzzeit ist und welche Pilze man essen darf … Es war ein wildes Durcheinandergerede.

Gewitter am Abend und der große Blitz-Gott

Nach dem Mittag ging es ins Schwimmbad, wie versprochen. Das Wetter wurde schlechter und der Nachmittag war trüb. Uns völlig egal, denn hier in den Bergen auf dieser Alm, gibt es soviel zu tun und zu erleben, da kommt keine Langeweile auf. Für die die ihre Kinder abgeben wollen, um viellicht alleine zu wandern oder Wellness zu machen, steht der Kinderclub zur Verfügung. Wir entschieden uns für das Nicht-Abgeben und wieder einmal für das Schwimmbad. Für uns schon ein Ritual am späten Nachmittag.

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Doch dieses Mal hieß es, „Ihr könnt nur so lange im Schwimmbad bleiben, bis der erste Blitz zu sehen ist. Dann müssen alle aus dem Wasser raus.“ Warum, wieso, weshalb? Den Kindern blieb der Mund offen stehen. Während Heidi ihnen erzählte, was passiert wenn der Blitz einschlägt und was alles schon in den Bergen passiert ist. Der Himmel zog sich zu, die Berge gegenüber sah man nicht mehr und wir hüpften im Schwimmbad rum. Doch als der erste Blitz vom Himmel krachte, sprangen alle Jungs aus dem Wasser, als ob der Blitz-Gott eine Warnung vom Himmel geschickt hätte. Sehr lustig, da wir sie sonst nicht aus dem Wasser bekommen haben.

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Während unseres letzten Abendessens in den Bergen fühlten wir uns, als ob wir mitten in den Wolken säßen. Ein bisschen wehmütig ums Herz war uns schon. Denn nun hatten wir wirklich das Gefühl, endlich angekommen zu sein. Ach, 3 Tage mehr, hätte uns allen wirklich nicht geschadet. Und dann kamen plötzlich zwei echte Tiroler Buben um die Ecke, mit Bandonium und Kochlöffeln und gaben ein echtes Tiroler Volksmusik-Konzert. Was für ein Abschluss! Die Kinder scharten sich um die Musiker und atmeten nicht mehr, so aufmerksam waren sie. Welch ein Gejubel und Geschrei!

Vielen Dank an Südtirol Marketing und alle weiteren Sponsoren (Samsung, Finkid, Nike, Didriksons, Name it, Victorinox, Mirapodo, Dr. Martens, Casio Sheen, Tommy Hilfiger, Geox, Bugaboo)  für die wunderbare Reise!

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