Südtirol mit Kindern – Teil II: Die Anreise

Südtirol mit Kindern

Lange Reisen mit Kleinkindern ist immer eine Herausforderung. Aber wir haben uns einfach mal getraut.

Anreise Südtirol mit Kindern

Wir sind schon viel mit den Kindern gereist, regelmäßig zu allen Großeltern 2 bis 3 Stunden mit dem Auto, nach Südfrankreich oder nach Kopenhagen mit dem Flugzeug oder auch mit dem Zug in die ein oder andere Stadt. Unsere längste Reise war zum letzten Winterurlaub nach Österreich mit dem Auto – mit einigen Stunden Nachweihnachtsvorsilvesterstau waren wir dann mehr als 14 Stunden unterwegs. Die Kinder angeschnallt auf dem Rücksitz. Machen wir so auf jeden Fall nicht noch mal.

Reise Hauptstadtmutti

Für unsere Reise nach Südtirol mit den Kindern haben wir deshalb lange hin und her überlegt und alle Möglichkeiten abgewogen. Fliegen? Wohin? Nach Innsbruck, 1 Stunde vorher am Flughafen sein plus 3,5 Stunden Flugzeit plus 1 Stunde auf die Koffer warten, das Mietauto holen, einpacken und dann noch mit dem Auto 2 Stunden Autofahrt nach Meran, sind 7,5 bis 8 Stunden mit einigem Stress. Eine Autofahrt fiel, aufgrund meiner Wintererfahrungen (siehe oben) komplett aus, blieb also nur die Bahn. Die Strecke war Berlin – München – Bozen – Meran, 12 Stunden. Wir dachten uns, ach, das klingt doch entspannt. Die Kinder können sich bewegen, aus dem Fenster gucken und wir haben etwas weniger Stress, außer vielleicht beim Umsteigen. Wir buchten also die Reise, komplett mit Sitzplätzen hin und zurück.

Trinkflaschen Reise Hauptstadtmutti

So war der Plan und so machten wir uns auf die Reise. Treffpunkt Sonntagmorgen, 8:15 Uhr, Berlin Gesundbrunnen. Die Papas haben uns alle hingebracht und wir waren natürlich fast die einzigen auf dem Bahnsteig. Wir Muttis und 3 fürchterlich aufgeregte Jungs mit ihren Rucksäcken. Der Zug fuhr ein und nachdem wir das Kleinkindabteil besetzt hatten und alle Taschen und der Buggy verstaut waren, war großes Papa-Winken angesagt. Das war irgendwie auch ein bisschen traurig, denn die durften nicht mit.

Trinkflaschen Reise Hauptstadtmutti
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Genau 2 Minuten später waren die Väter vergessen und es ging darum, wer welches Spielzeug und welche Bücher dabei hatte. Nach wenigen Minuten war der Tisch voll mit allem, was die Jungs mitgebracht hatten, es wurde gespielt und gebaut. Lego ist gerade DAS große Thema. Zwischendurch gestritten: „Ich lade Dich nicht zu meinem Geburtstag ein!“. „Na und, dann komme ich eben einfach so!“ Gegessen wurde auch sofort. Wir haben uns vorher aufgeteilt. Claudia hat für belegte Brote und Gemüse (kiloweise geschnippelte Möhren, Gurken und Kohlrabi) gesorgt. Ich brachte Obst, Kekse und Süßigkeiten mit. Wir hatten echt einen riesigen Haufen zu Essen dabei.

LICHTGRENZE - Das Jubiläumsprojekt 2014: Lichtinstallation entlang des ehemaligen Mauerverlaufs im Zentrum Berlins zum 9. November.
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Was auch unser Glück war, denn das Bordbistro, das wir zwischendurch mal besuchten, war nicht so üppig bestückt. Eigentlich ziemlich traurig, für eine Strecke, wo alle Reisenden mindestens zwei Stunden unterwegs sind. Als warme Speisen gab es neben 6 oder 12 Chickennuggets noch ein Ofen-Baguette mit Schinken und Käse. Ist das eigentlich immer so? Wir wissen es nicht. Ich hatte es irgendwie anders in Erinnerung. Müssen wir mal nachprüfen. Was wir aber im Bistro bekamen, war Kaffee und 3 Pakete für die Kinder mit Miniatur-ICEs, einem Malbuch und einer Zeitschrift mit sehr „witzigen“ Comics.

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In München angekommen, waren wir dann doch alle froh, umsteigen zu können. Der Kleine schlief kurz vor dem Umsteigens in seinem Buggy ein (juhu, endlich) und die großen Jungs haben alle fleißig ihre Rucksäcke getragen und mit uns den neuen Bahnsteig gesucht: „Ihr sucht jetzt nach den Zahlen 1 und 3. Wir müssen den Bahnsteig 13 finden.“

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Der Zug von München nach Bozen war, naja, etwas alt. Um ganz ehrlich zu sein, er war total abgefuckt, die Treppen waren sehr hoch und kein Schaffner zum Helfen in Sicht! Aber wir hatten ein komplettes Abteil für uns und alle hatten Platz. Den Jungs war sowieso alles egal und nur daran interessiert endlich weiter spielen zu können. Außerdem wurde es jetzt spannend, die ersten Berge waren zu sehen. Nur, das Essen war fast komplett aufgegessen. Also zog Claudia mit den großen Jungs los zum Bistro. Abendbrot sollte es werden. Zurück kam sie mit einer Mini-Tüte Chips, 1 Balisto, 2 Mini-Toblerone, Waffeln, 2 Flaschen Apfelschorle und 2 Piccolo-Flaschen Sekt. Das war alles, was es noch gab. Also ganz ehrlich, diese Bistros sind irgendwie auch schlecht organisiert. Was ist denn da bitte los!? Aber wir waren irgendwie glücklich! Warum wussten wir auch nicht. Nach einem Sektchen dann auch entspannt und das, obwohl wir die Jungs einige Male auf getrennte Sitze setzen mussten, weil „Ich hatte den lieben Speidermännt zuerst.“ „Nein, ich wollte den und nicht den bösen.“, etc. Am friedlichsten war der Kleinste, der hat einfach die ganze Zeit vor sich hingespielt, mit uns Bücher angeschaut oder gegessen.

LICHTGRENZE - Das Jubiläumsprojekt 2014: Lichtinstallation entlang des ehemaligen Mauerverlaufs im Zentrum Berlins zum 9. November.
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Nächster Umstieg: Bozen. Das war ziemlich entspannt. Wir konnten einfach auf dem gleichen Bahnsteig stehen bleiben und nach einer Viertelstunde kam der Zug nach Meran. Man merkte es  gleich, Italien! Ein sehr netter Schaffner half uns, alle Kinder, den Buggy und das Gepäck in den Zug zu heben. Und wir, typisch Deutsch, sind genau nach Ankunfts-Uhrzeit ausgestiegen, leider eine Station zu früh. Der Zug war wohl doch nicht ganz so schnell, wie wir dachten.

Trinkflaschen Reise Hauptstadtmutti
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So standen wir dann, mutterseelenallein in einem Vorort von Meran. Zum Glück konnten wir über das Hotel das Taxi, was uns zur Alm bringen sollte erreichen und die Taxifahrerin kam ganz schnell rüber. Die Kids waren guter Dinge, wir waren ja schon mitten in den Bergen und es war dunkel. „So lange wart Ihr noch nie wach!“ ist ja ein Satz, der Wunder bewirkt. Zu unserem großen Erstaunen, gibt es wohl in Südtirol in den Taxis keine Kindersitze. Natürlich waren wir erschrocken, wollten kurz einen Aufstand machen, hatten aber im Grunde keine Wahl. Entweder wir blieben unten oder wir fuhren mit dem Taxi ohne Kindersitze mit. Wir entschieden uns für das Letztere. Obwohl mir bei dem Gedanken an die Serpentinen, die uns erwarteten mit dem Kleinen auf meinem Schoß und die anderen Jungs nur mit den normalen Gurten, ganz übel wurde. Aber, es war 22 Uhr und alle waren müde und wir ließen uns auf das kleine Auto-Abenteuer ein.

Es ging dann bergauf, bergauf, Kurve, links Abhang, rechts Berg, immer weiter, durch den Wald. Die Taxifahrerin war super, erzählte Geschichten von ihren Enkeln und fuhr dabei total entspannt und für uns auch entspannend bis zur Familienalm Taser.

Weiter geht es dann morgen mit einem Interview der Eigentümer der Familienalm Taser, Sepp und Heidi. Ein echtes Familienunternehmen!

Vielen Dank an Südtirol Marketing und alle weiteren Sponsoren (Samsung, Finkid, Nike, Didriksons, Name it, Victorinox, Mirapodo, Dr. Martens, Casio Sheen, Tommy Hilfiger, Geox, Bugaboo)  für die wunderbare Reise!

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