„Zahlen sind deine Freunde“

kleinformat_hauptstadtmutti

Dolores möchten wir hier mit aller Hochachtung als DIY-Königin bezeichnen. Ihre Begeisterung für alles, was man selber machen kann, ist beispiellos. Sie betreibt den sehr erfolgreichen Do-it-Yourself-Blog kleinFORMAT und hat sogar drei Jahre lang das gleichnamige Printmagazin herausgebracht.

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Dolores, wann hast du mit Kleinformat angefangen?

Das war im Jahr 2009. Damals waren meine Töchter Minna und Lotta gerade 1 und 3 Jahre alt.

Etwas später hast du zum Blog auch ein Print-Magazin herausgebracht.

Ich habe 13 Ausgaben gemacht, von 2010 bis 2013. Und der Erfolg, den ich damals hatte, wurde bis jetzt auch noch von nichts übertroffen. Eigentlich wollte ich von der ersten Ausgabe nur 500 Exemplare drucken lassen, aber 1.000 waren günstiger. Nach drei Wochen war das Magazin ausverkauft. Das war toll, der Erfolg hat mich richtig gepackt!

Warum hast du das Magazin aufgegeben?

Meine Mutter ist plötzlich gestorben, und ich war erst einmal total überfordert. Ich habe damals viel über sie herausgefunden, was ich gar nicht wusste. Sie war Winzerin im kleinen Stil und hat damit zwar nicht viel verdient, konnte sich aber auch nicht davon trennen. Daraus habe ich gelernt, dass ich mich entscheiden muss. Wohin will ich? Ich konnte von dem Magazin nicht leben, also habe ich mich davon getrennt. Jetzt sind alle Ausgaben in einer Kiste archiviert.

Gab es keine Möglichkeit, das Magazin wirtschaftlich zu machen?

Damals hatte ich nicht die Energie dafür. Ich hatte zwei kleine Kinder, die Kraft war plötzlich weg.

Könntest du dir vorstellen, das Geschäft wieder aufleben zu lassen?

Ich bin der Typ, der niemals nie sagt. Aber es müsste jemand zu mir kommen, zum Beispiel ein Verlag.

Aber der Blog läuft nach wie vor hervorragend!

Ja, das mache ich weiter, weil es Spaß macht und ich ja auch eine treue Leserschaft habe. Der Blog ist auch gut vereinbar mit meinem neuen Job, bei dem ich im Team arbeite.  Ich gehe gerne arbeiten. Allerdings dann auch gern nach Hause. Im Moment mache ich oft gegen 14 Uhr Schluss und hole meine Kinder ab. Ich möchte nicht irgendwann dastehen und realisieren, dass ich die Kindheit meiner Kinder verpasst habe. Im Moment nimmt allerdings auch mein Buchprojekt viel Zeit in Anspruch: Ich schreibe an einem Nähmaschinenbuch für den Verlag Perlen-Reihe.

Hast Du einen Tipp für Mütter, die sich selbständig machen wollen?

Rechnen, rechnen, rechnen! Zahlen sind deine Freunde, sie zeigen dir den Weg. Wenn es sich nicht rechnet, dann mach es nicht.

Dankeschön, Dolores!

Foto: Claudia Kahnt Interview: Isa Grütering Text: Yvonne Vávrá

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