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Sonnencreme im Test oder auch – Einschmierdrama in mehreren Akten

Es ist schon wieder Zeit für Sonnencreme. Die Tests für Sonnencreme sind durch und wer wissen will, womit man in diesem Jahr gut gecremt durch die sonnigen Tage rennt, der hat sie vermutlich alle schon gelesen – weil jeder testet anders – oder sich zumindest die ein oder andere Zusammenfassung angesehen. Wir mischen natürlich mit!

Thema Sonne – eine kurze Übersicht

Säuglinge und Kleinkinder sind am besten im Schatten aufgehoben. Kinderhaut ist besonders empfindlich und schon frühe Schäden können erst Jahrzehnte später zu Hautkrebs führen. Und das braucht keiner. Es hilft also: Schatten, Schatten, Schatten und außerdem Cremen, Sonnenhut und Badeklamotte mit UV-Schutz anziehen! (Übrigens, ein Sonnenschirm schützt nicht automatisch vor Strahlung!)

Was für Kinder gilt, gilt eigentlich am besten auch für Erwachsene: Schatten ist der beste Schutz vor UV-Strahlung. Das entscheiden wir Erwachsenen natürlich selbst. Ordentlich brutzelt es besonders in der Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr. Auch nicht zu vergessen: UV-A Strahlen machen alt!

Wenn ihr gerade schwanger seid oder stillt, empfehle ich euch neben Schatten (ich kann es nicht oft genug sagen) generell eher Produkte mit mineralischen UV-Filter – aber die Entscheidung liegt auch hier wieder bei euch. Je heller die Haut, desto höher sollte der LSF sein. Für Kinder gilt übrigens ähnliches, mineralische Filter, je heller die Haut desto höher der LSF (mind. 30) und am besten Hut und Klamotte.
Sonnencreme funktioniert am besten, wenn man sie dick aufträgt und bitte ans nachcremen denken, wenn ihr den ganzen Tag in der Sonne seid oder im Wasser planscht oder schwitzt. Es gilt leider: Die Haut merkt sich jeden Sonnenbrand.

Wenn ihr euch doch mal ein Sonnenbrand gezüchtet habt: raus aus der Sonne! Im Idealfall für mehrere Tage, denn sonst können Hautschäden bleiben (auch trotz Sonnencreme auf dem Sonnenbrand – ich mein, überlegt mal, warum ihr einen Sonnenbrand habt…) und im schlimmsten Fall wird. eben Hautkrebs draus. Und: Panthenol hilft, den Schmerz zu lindern.

Ein hoher LSF heißt übrigens nicht automatisch, dass ihr mit einmal Schmieren den ganzen Tag geschützt seid. Zum einen sind die auf der Packung angegebenen Werte bei Labortests entstanden und nicht am Strand. Soll heißen, der Mensch cremt sich „in der freien Natur“ nicht so ein, wie der Laborant es gerne hätte, sondern viel schlechter. Zum anderen muss so oder so immer wieder nachgecremt werden, weil der Schutz irgendwann durch ist und auch „wasserfeste“ Sonnencreme verliert einen Teil ihrer Schutzwirkung nach der Planscherei. Einige Cremes haben eine ungefähre „Haltwertszeit“ auf der Verpackung stehen.

Ich habe in diesem Jahr jedenfalls schon so einiges an Cremes ausprobiert und fasse euch meine Favoriten gleich zusammen. Vorher gibts noch einen kleine Inhaltsstoffe-Überblick

Sonnencreme – böse Creme, gute Creme

Wer sich noch an alte Tests erinnern kann, der weiß vielleicht noch, dass es noch gar nicht so lange her ist, dass vor allem günstige Sonnencremes von Lidl, Aldi und den Drogeriemärkten mit sehr gut abgeschnitten hatten.

Bemängelt wurde das von einigen Ärzten, Umweltschützern und natürlich dem Internet. Warum? Stoffe wie Oxybenzone und Octocrylene schädigen zum einen die Umwelt (eincremen, ins Meer stiefeln), zum anderen können wie hormonell wirken und zudem wird ihnen nachgesagt, krebserregende zu sein. Ich verzichte tatsächlich schon seit 2017 auf diese Inhaltsstoffe, in diesem Jahr sind dann auch die Testergebnisse aus den einschlägigen Magazinen soweit. Übrigens: Sonnencreme sollte tatsächlich nicht über das Haltbarkeitsdatum hinaus benutzt werden, sie verlieren ihre Wirkung und bei chemischen Filtern nimmt „im Alter“ die Konzentration von Benzophenon zu, ein Stoff, der erbgutverändernd, hormonell wirksam und krebserregnd sein kann.

Ich rate also – wo es geht – von chemischen Filtern ab und tendiere eher zu mineralischen Cremes oder verzichte zumindest auf Inhaltsstoffe, wie die oben genannten. Inzwischen ist die Auswahl an Sonnencremes auch enorm groß, egal ob Spray, Creme oder Öl – für jeden was dabei. Außer für meine Tochter – die hasst das Eingeschmiere, egal ob mit Spray oder Creme.

So funktioniert Sonnencreme

Es gibt zwei Arten von Sonnencreme:

mineralisch – Mineralische Sonnencremes bilden mit Titan- oder Zinkteilchen eine Schutzschicht, heißt, wie kleine Spiegel, die die Sonnenstrahlen reflektieren und streuen. Mineralische Filter dringen nicht in die Haut ein. Nur das eincremen ist nicht immer ganz einfach. Mineralische Sonnencremes können einen weißen Film auf der Haut hinterlassen, wie z.B. bei Weleda (Weleda verzichtet auf Nano Partikel, damit lässt sich die Creme etwas schwerer verschmieren, aber es wird sofort sichtbar, wo noch Sonnencreme fehlt.). Aber auch hier hat es inzwischen Fortschritte gegeben und die Cremes entwickeln sich weiter. Und: Wirkung ohne Wartezeit.

chemisch – Bei chemischen Filtern handelt es sich meist um konventionelle Creme, die UV-Strahlen in Wärme umwandeln. Das bedeutet aber, die Stoffe müssen erst einmal in die Haut einziehen, damit muss man zwischen fünfzehn und dreißig Minuten auf die Wirkung warten. Und, wie oben bereits angedeutet: chemische UV-Filter zersetzen sich nach einigen Monaten. Es muss also jedes Jahr eine neue Sonnencreme her, um vollständigen Schutz zu gewährleisten und nicht gesundheitlich bedenklich zu werden. Das wird von uns Käufern aber nicht immer berücksichtigt.

Auch noch wichtig: Nanopartikel. Sind die denn unbedenklich? So gesehen wäre die richtige Antwort wohl „Jein“, denn Nanopartikel kommen in Sonnencremes häufig vor. Es handelt sich um kleinste Mineralteilchen, die vor allem als UV-Filter zum Einsatz kommen. Wichtig ist damit: auf der Haut. Panisch braucht ihr aber nicht zu werden, skeptisch bleiben ist aber immer gut. Nanopartikel in Kinder/Babysonnencremes würde ich vermeiden, denn da kann es ja durchaus mal passieren, dass beim sprühen oder cremen eingeatmet wird. Erkennen könnt ihr das übrigens leicht, denn in Europa müssen Cremes mit Nanopartikeln gekennzeichnet werden. Hinter dem Inhaltsstoff findet sich dann das Wort ‚Nano‘.

Unsere Sonnencreme Favoriten

Gleich vorweg: wir sind kein Testcenter, wir haben keine Maßgaben, ausser, dass ich hier aufschreibe, welche Cremes ich in den Fingern hatte (und das waren ein paar) und wie sie bei uns so angekommen sind. Es ist eine rein gefühlsbezogene Zusammenfassung, gemixt mit den Ergebnissen von Stiftung Warentest, Ökotest und Codecheck (die ultra streng mit ihren Inhaltsstoffen sind). Uneingeschrenkt unproblematisch sind auf jeden Fall die ersten vier Sonnencremes. Im Anschluss kommen die Alternativen, weil sie ein besonderes Merkmal haben oder auch besonders günstig sind oder schlicht gut funktionieren. Denkt einfach daran:

  • geht in den Schatten
  • schmiert euch ausreichend und mehrmals am Tag ein
  • benutzt keine abgelaufene Sonnencreme, besonders dann nicht, wenn gefährdende Stoffe drin sind
  • sprüht euren Kindern keine Sonnencreme ins Gesicht, dann können sie auch nix gefährliches einatmen
  • geht in den Schatten
  • geht in den Schatten (und ja, das ist kein Fehler, dass das hier dreimal steht)

Das Boep – mineralische Sonnencreme | Liebe ich, weil riecht gut und lässt sich auch gut verschmieren (auch wenn sie etwas weißelt). Wie bei allen Sonnencremes gilt: Kleidung fernhalten. Nach eigener Aussage enthält die Sonnencreme weder Mineralöle, Mikroplastik, Parabene, Octocrylen und andere potentiell umstrittene Inhaltsstoffe.

Naif – mineralische Sonnencreme | eine der wohl nachhaltigsten Cremes auf dem Markt, auch in Sachen Umweltschutz: Das gesamte Naïf Sortiment ist frei von Mikroplastik und die Cremetuben werden aus Zuckerrohr gewonnenem Bioplastik hergestellt.
Geruch: top. Hat gut geschützt, weißelt nicht. Ozeanfreundlich.

Yu&I – mineralische Sonnencreme | ich wiederhole mich: guter Duft – reef-friendly mit geringem Öl-Anteil. Weißelt etwas, aber ehrlich gesagt, grad bei Kindern ist es ja nur gut, das zu sehen. Die Inhaltsstoffe sind natürlich, die Creme ist wasserfest und Nano-Partikel, Mikroplastik, synthetische Duftstoffe, synthetische Öle, Silikone, Mineralöle, Parabene, Paraffine, Oxybenzone, Konservierungsmittel oder Farbstoffe sind gar nicht erst drin.

Sun Bum Mineral – wie der Name schon sagt mineralisch und mein Favorit seit 2015 – da war die Sonnencreme auf den Malediven alle und ich musste vor Ort nachkaufen. Riecht gut und schützt enorm vor starker Sonneneinstrahlung. Mit der mineralischen Variante kann man eh nix falsch machen. Reef-Friendly, keine Nano-Partikel, hält etwa 80 Minuten – ist aber nicht ganz billig und in D kaum zu bekommen. Aber für den Fall, dass die Creme im Urlaub alle wird, ist die ne gute Idee.

Sun Ozon Transparentes Sonnenspray – von Rossmann gibt es zwei Sonnencremes, die ich hier aufzählen möchte, das Sonnenspray enthält nämlich keine schädlichen Inhaltsstoffe, die Mensch oder Natur schädigen. Als Spray ist es ausserdem leicht aufzutragen – allerdings solltet ihr drauf achten, dass ihr euch auch wirklich ausreichend einsprüht.

Sun Dance Kids – auf der Verpackung angegeben ist: ohne Octocrylene und ohne Mikroplastik. 2020 wurde die Creme von Ökotest mit sehr gut bewertet. Die Creme enthält nanopartikel, dahingehend wäre ich bei kleinen Kindern extrem vorsichtig damit – einfach aus weiser Voraussicht. Siehe oben den Absatz Nanopartikel. Sonst überzeugt die Creme aber mit Schutz und Preis.

Ultrasun – begleitet mich auch schon eine ganze Weile. Besonders abgefahren fand ich damals (wie heute) die „Glimmer“ Sonnencreme, auch wenn sie mit Nanopartikeln einen großen Nachteil enthält. Ultrasun hat auch Kindersonnencreme, Sonnenschutz extra für den Berg und vieles mehr. Ich mag Geruch und Konsistenz und nutze sie dann, wenn ich nicht gerade im Ozean bade. Ich schätze besonders den Schutz fürs Gesicht, den sollten wir ja eh das ganze Jahr auftragen.

Aco Sun Lotion – der Nachrücker in dieser Geschichte hier, denn es war die letzte Sonnencreme, die hier ankam und tatsächlich ist sie aktuell die beliebteste, denn es gibt keinen Terror der kleinen Rakete, wenn wir mal wieder einschmieren müssen. Die Creme enthält leider auch Nano Partikel, schützt aber bisher sehr zuverlässig vor der Sonne.

Fazit: Wer sich seine Sonnencreme z.B. mit Codecheck kauft, wird entdecken, dass es in fast jeder Sonnencreme irgendwelche Stoffe gibt, die bedenklich, schwer abbaubar oder leicht bedenklich sind. Ich glaube, da muss jeder für sich selbst entscheiden, wohin der Weg ihn führt. Mit den ersten vier macht ihr auf jeden Fall schon mal nix verkehrt. Weleda gehört natürlich auch in diese Reihe! In diesem Sinne – schönen Urlaub ihr Sonnennasen!

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