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Europa in 9 Wochen – Tipps für die Elternzeit-Reise mit einem Baby

Unsere Leserin Julia war 9 Wochen in Europa unterwegs. Gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Baby war sie auf Elternzeit-Reise. Zurück kam sie mit vielen Tipps. Was sie euch unbedingt raten oder wovon sie lieber abraten würde, erzählt sie euch hier.

9 Wochen Europa – Reisen mit Baby

Wir sitzen im Flieger auf dem Weg zur letzten Station unserer Elternzeit-Reise: Prag. Unsere 10 Monate alte Tochter hat ihren vierten Flug wieder bestens gemeistert und schläft nach anfänglicher Begeisterung über die Aussicht aufs immer kleiner werdende Griechenland und einem Flirt mit unserem Sitznachbarn friedlich im Arm meines Mannes. So ist also das Reisen mit Baby….

Rückblick

Zwei spannende, abwechslungsreiche, umständliche, sonnige und wunderbare Monate Familienzeit an sieben Orten in ganz Europa liegen hinter uns und ich bin stolz darauf, wie wir unsere erste Reise mit Baby gemeistert haben – hatten wir doch zu Beginn so viele Fragezeichen im Kopf. Wohin fahren wir, was packen wir ein und was müssen wir beachten? Zunächst einmal: eine Erholungsreise, wie wir sie als Paar erlebt hätten, war es natürlich nicht. Und gleichzeitig bin ich mir sicher: auch zu Hause hätten wir alle Hände voll zu tun gehabt! Und so hat sich bei unserer Route von Berlin aus nach Amsterdam, München, Paris, Südfrankreich, Griechenland und Prag herausgestellt, dass gerade Städtereisen mit einem Baby in diesem Alter (noch) sehr gut gehen, da unsere Tochter sich im Buggy pudelwohl fühlt und sich, genau wie wir, bei ausgedehnten Spaziergängen durch Amsterdam oder Paris nie gelangweilt hat. Wir haben unsere Erkundungen lediglich an den städtischen Parks orientiert (Vondelpark, Jardin de Plantes), um rasten zu können und das Reisen langsamer und kindgerechter zu gestalten. Ein Apartment in direkter Laufnähe zu einem Park ist also schonmal ein guter Ausgangspunkt. Dazu war ein guter, leichter Buggy, möglichst mit zugehöriger Reisetasche, die wichtigste Anschaffung für unsere Reise.

Was würden wir anders machen?

Im Rückblick stellen wir jetzt fest: vielleicht wäre die Reise noch entspannter gewesen, wenn wir im sechsten und siebten Lebensmonat unserer Tochter gefahren wäre. Die wenigsten Babys können sich dann ja schon richtig flink bewegen – und genau das hat sie mit neun Monaten zu Beginn der Reise ganz schnell gelernt und uns so noch mehr auf Trab gehalten als ohnehin! Auf der anderen Seite konnte sie jetzt schon viel mehr spielen, kommunizieren und interagieren als zuvor und so hatte besonders mein Mann ganz viel von seiner Elternzeit. Gerne hätte ich allerdings einen Zwischenstop zu Hause eingelegt: umpacken, waschen, Großelternliebe auftanken und frisch gestärkt weiter! Bedenken, dass das Reisen stressig oder anstrengend für unser Baby sein könnte, waren unbegründet. Ich bin mir sicher, die Zeit war für sie genauso spannend und schön wie für uns. Und so sind wir mit einem Baby losgefahren und mit einem Kleinkind wieder nach Hause gekommen!

Tipps

Was ich rückblickend aus meiner Sicht noch raten kann (und natürlich gilt: jedes Kind und jede Familie ist anders):

  • Immer viel Zeit einplanen für Babys’ unverhoffte Hungerattacken, Wickeldramen oder Entdeckungslust, nicht zu viel vornehmen
  • Fliegen und Zug fahren (bis 5 Std.) waren kein Problem – im Zug unbedingt ein Kleinkindabteil buchen. Längere Strecken mit dem Auto kann ich mit einem Baby, welches gerade seinen Bewegungsdrang entdeckt hat, nur eingeschränkt empfehlen. Wir haben versucht, längstens 2 Stunden Autofahrt einzuplanen. Wie alles mit Kind ist es ein wenig Roulette: es könnte gut gehen…
  • Bei Unterkünften vorher anfragen, ob ein Babybett gestellt werden kann
  • Ebenfalls darauf achten, dass ihr bei mindestens jeder zweiten Unterkunft eine Waschmaschine nutzen könnt
  • Es gibt mobile “Hochstühle” in Form eines Gurtes, den man an jedem Stuhl befestigen kann – eine meist doch sehr wackelige Angelegenheit, welche unsere Tochter leider nicht mochte. Da es sie günstig gebraucht gibt, jedoch evt. einen Versuch wert
  • Sofern ihr – wie wir zum Großteil – ohne Auto unterwegs seid, wählt nicht zu abgeschiedene Unterkünfte. Die Windeln gehen immer mal aus und es ist nervig, dann von der Hilfe andere abhängig zu sein oder unter Umständen ein Taxi in doppelter Windelpreishöhe bezahlen zu müssen (unser “griechisches” Problem)
  • Fünf bis sechs Tage an einem Ort waren für uns das ideale Tempo, um weder Hektik noch Langeweile aufkommen zu lassen
  • Erspart euch das Mitschleppen von Babyspielzeug. Kochlöffel, Zahnpastatuben und Pappschachteln waren wesentlich interessanter. Nur die vertraute Spieluhr zum Schlafengehen gehört natürlich ins Gepäck!

Liebe Julia, vielen lieben Dank für die vielen Tipps!

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