Hauptstadtmutti

Lilija von Orbasics: Gründen in Deutschland ist zu kompliziert!

Wer uns schon länger als zwei Wochen auf Instagram folgt, dem könnte aufgefallen sein, dass ein ganz bestimmter Jogginganzug immer mal wieder einen Auftritt hatte:

Die Orbasics Pullis und Hosen sind wirklich angenehm zu tragen! Vor allen Dingen gefällt uns, dass sie so langlebig sind und schlicht. Als wir erfahren haben, dass hinter dem Label eine Hauptstadtmutti steht, wollten wir unbedingt mehr erfahren.

Liebe Lilija, stell dich bitte vor!
Hi, ich bin Lilija, 42 Jahre alt, Mutter einer 6-jährigen Tochter und Gründerin. Vor 4 Jahren habe ich einen sehr mutigen Schritt gewagt und habe ohne jegliche Idee vom Fashion Business mein eigenes Modelabel Orbasics gegründet.

Wie sieht euer Alltag als Großstadtfamilie aus?

Ehrlich gesagt sind wir seit genau 2 Wochen gar keine Großstadtfamilie mehr! Nach vielen Jahren in der Stadt sind wir nun ins wunderschöne, grünes Panketal gezogen und gehören nun offiziell zu den Brandenburgern.  Daher ist unser aktueller Alltag geprägt von Spontanität, Chaos und Überforderung. Ich glaube, dass es aber auch ohne Umzug einigen von uns ähnlich geht und man sich von früheren, eingefahrenen Gleisen verabschieden musste. Was noch vom “normalen” Leben übrig geblieben ist, sind gemeinsame Mahlzeiten am Abend und Abendroutine. Der Rest ist “Hauptsache es funktioniert irgendwie”! 

Was macht dein Partner?

Mein Partner Sebastian ist ebenfalls Gründer, nur dass er seine Gründer-Karriere schon ein paar Jahre vor mir begann. Vom Fach UX/UI Designer ist er aber auch sehr stark im Marketing und ist grundsätzlich ein smarter Typ 😉 

Wie ist das Leben mit einem Kind? 

Ereignisreich, anstrengend, grenzwertig, emotional, voll, herausfordernd, spannend, spontan, chaotisch und so besonders! 

Hast du Tipps für andere Mütter, Schwangere oder Eltern allgemein? 

Ich glaube, das letzte was ich gelernt habe ist, dass man sich um sich selbst kümmern und nicht vernachlässigen sollte. Mit leerer Batterie ist man kein guter Elternteil oder auch Partner. Jeder weiß am besten selbst, was ihm hilft seine Batterie im grünen Bereich zu halten. Für mich ist es Ruhe, Sport, Sauna, Meditation – Zeit für sich eben. Und wenn ich mir diese nehme, bin ich glücklicher und kann auch viel besser andere glücklich machen. Also schau nach dir, such und nimm dir deine Auszeiten. 

Wie hat Corona euer Familienleben dieses Jahr beeinflusst? Habt ihr etwas Neues gelernt, oder etwas, was ihr vorher über euch nicht wusstet?

Unser Alltag ist durch den frischen Umzug gerade noch voll im Umbruch. Aber natürlich war der Städte-Alltag aufgrund von Corona sowieso schon sehr stark verändert – besonders als Familie. Erst gab es keine Schulbesuche mehr, dann Schule im Wechselunterricht. Eltern mussten sich in den letzten Monaten fast wöchentlich neu anpassen, was besonders für uns beide als Gründer eine ziemliche Herausforderung war und ist. Dennoch sind wir stärker zusammengewachsen, und haben mehr Verständnis füreinander. 

Wie ist die Entstehungsgeschichte zu Orbasics?

Die Idee kam mir vor 4 Jahren, als ich auf der Suche nach neuer Kleidung für Nika war. Es war recht schwierig die Kleidung zu finden, die ich mir vorgestellt habe – einfache Kleidung in unisex Farben, die einige Wäschen aushält, ethisch hergestellt ist, am besten noch bio ist und nicht gleich die Welt kostet. Zwischen der Massenware von großen Ketten mit intransparenter Herkunft und Bio-Kleidung von kleinen Premium-Labels, die sich viele leider nicht leisten können, gab es kaum Angebote.

So entstand im Frühling 2017 die Idee für Orbasics, einem Label für zeitlose und wunderbar weiche, unisex Basics aus 100% zertifizierter Bio-Baumwolle.

Wie arbeitet ihr mit Modellen, sind das eure eigenen Kinder?

Es ist fast immer eine Mischung, aber meine Tochter Nika ist eigentlich immer mit dabei. Modelle hatten wir bei dem ersten Shooting, ansonsten sind es noch Kinder von Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen. Die meisten kennen unsere Basics schon und sind natürlich Fans! 😉

Wie stehst du zu Kinderfotos im Netz?

Solange die Bilder ethisch und schön sind, habe ich kein Problem damit. Wie bei den meisten polarisierenden Fragen, kommt es eben auf die persönliche Einstellung des jeden Einzelnen an und ich persönlich sehe das Thema recht entspannt. 

Wie hast du den Gründungsprozess wahrgenommen bzw. erlebt?

Gründung ist in Deutschland (leider) ein recht langwieriger und unnötig komplizierter Prozess, der zwei bis drei Monate dauern kann. Somit war mein emotionalster Moment lediglich beim Notar, wo es mir bewusst wurde, dass ich das tatsächlich (alleine) mache. So was wie Angst schwebt natürlich immer mit, Angst vor dem Ungewissen, ob das klappt, ob ich das richtige tue. Aber auch Aufregung vor dem Abenteuer, Unbekanntem, der Herausforderung. Am Ende bin ich es sehr froh, es gewagt zu haben. Noch nie habe ich so viel gelernt, über mich, meine Grenzen und über das Leben allgemein.

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