Ich habe Johanna Röh auf einer Dinnerparty im letzten Jahr getroffen. Wir unterhielten uns über unsere Kinder und Julia Fox, was man so macht. Und irgendwann ging es darum, was Johanna eigentlich macht. Erst dann wurde mir klar, dass das natürlich die Johanna mit dem Mutterschutz für Selbstständige ist. Ich erinnerte mich an all die Frauen in meinem Umfeld, die betroffen waren und die sich seit Jahren über dieses Thema ärgern. Die dankbar sind, dass jemand wie Johanna für sie kämpft und alle anderen, die noch kommen werden.
Was ist das Problem?
Mutterschutz scheint selbstverständlich, aber eben nicht für Selbstständige. Jedes Jahr fallen rund 27.000 Frauen durchs Raster. Sie erhalten weder Mutterschutz, noch irgendeinen echten Einkommensersatz. Aber vor allen Dingen kein Sicherheitsnetz. Mitten in Schwangerschaft und Wochenbett bedeutet das: Existenzängste statt Absicherung. Das ist nicht nur unfair, es gefährdet Familien und verstärkt Ungleichheit.
Mutterschutz ist kein Privileg
„Für viele selbstständige Frauen ist eine Schwangerschaft bislang ein kaum kalkulierbares finanzielles Risiko – mit Auswirkungen auf Gründungen, Wachstum und Familienplanung. Wer langfristig mehr Frauen für die Selbstständigkeit gewinnen und halten will – gerade mit Blick auf Unternehmensnachfolge und den Fachkräftemangel – muss verlässliche Strukturen bei der Vereinbarkeit schaffen. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten ist das gezielte Wirtschaftspolitik mit großer Wirkung.“
Johanna Röh
Heute Morgen machten rund 30 Selbstständige aus unterschiedlichen Branchen vor dem Reichstag sichtbar, welche Folgen die fehlende Absicherung rund um Schwangerschaft und Geburt für ihre Erwerbstätigkeit und ihre Betriebe haben kann. Danke an alle, die da waren!











Fotos: Anna Malgina @annamalgina