Saftkur

Die Saftkur, die ich ausfallen ließ

Ladies, es ist #Durstdonnerstag, also lasst uns über Getränke reden. Denn ich hatte eine glorreiche Idee: mitten im Lockdown wollte ich ganz stressbefreit eine Saftkur durchziehen. Weil: wenn nicht jetzt, wann dann.

Eine Saftkur sieht ungefähr so aus: Man (also ich) bestelle mir völlig überteuerten Saft im Internet. Es gibt verschiedene Marken, alle sind natürlich super: öko, gesund und nun ja: eben frischer Saft.

Die Kur, die ich ausgewählt habe, ist „machbar für alle“ – da dachte ich mir, mensch, dass schaffen auch Nieten wie ich. Um es gleich vorweg zu nehmen: Nope.

Wenn die Saftkur falsch getimed ist

Nicht umsonst heißen Dinge Kur und wieder andere heißen Challenge. Und wer gerade diverse Challenges, wie z.B. Lockdown, Klein- und Schulkinder, Arbeit und familiären Orgakram an der Backe hat – und zwar gleichzeitig, nicht nacheinander – der hat gerade eher keinen Kopf für eine ruhige und entspannte Kur, die den Darm entlasten soll und vielleicht auch das Gehirn freibrennt.

Mein Gehirn war quasi übervoll und hatte viel zu tun. Ebenso mein Körper. Laufen von A nach B. Hampelmann den ganzen Tag. Hausarbeit. Homeoffice. Telefonarbeit und Kopfarbeit. Und wer da auf die glorreiche Idee kommt, gerade mal auf Essen, Kaffee und großkotzige Kohlenhydrate zu verzichten – nix für ungut – der ist selber schuld und wird im Zweifel scheitern. Denn: ich war schlicht zu müde um abends auf Essen zu verzichten und meinem röhrenden Magen lediglich einen dieser pro Tag angedachten acht Säfte zuzuführen.

Und dann ist das ja auch noch: Saft

Ich trinke ja eigentlich nur Tee, Wasser und Kaffee. Ich mag Saft maximal verdünnt oder gar nicht. Und Gemüsesäfte sind grundsätzlich sehr schwierig für mich. Aber ey, was solls, ich wollte ne Kur, also trinke ich auch Gemüsesaft. Nase zu und runter damit?

Die von mir bestellte Saftkur war davon überzeugt, ein einfacher Einstieg sei möglich. Und zwar müsse ich lediglich am Tag vorher aufhören, Kohlenhydrate zu essen und Kaffee zu trinken. Und Alkohol ist natürlich auch tabu.

Ich glaube, wäre ich in irgendeinem Ashram oder im Dschungelcamp gewesen, es hätte vielleicht geklappt – aus Mangel an Alternativen. Denn von den acht Sorten waren ehrlich gesagt drei genießbar. Zwei weitere sind schwierig und der Rest muss runter, während ich die Luft anhalte. Einer der Säfte enthält sogar Pfeffer – brennt wie Feuer. Aber brennt auch das Gehirn frei. Und vielleicht auch den Darm – hätte ich auf Kaffee verzichtet.

Jetzt alle so – jeder trinkt mal einen über den Durst

Inzwischen trinkt also jeder hier Saft, schließlich sind 8 Flaschen pro Tag für 7 Tage eine ganze Menge Flaschen, die auf dem Balkon in der Kälte lagern. Jeder findet seinen Favoriten. Die Kleine liebt den mit Karotte, ich den mit Wassermelone und der Mann mag es etwas schärfer und trinkt tatsächlich sehr gern den mit Pfeffer. Der Nachteil: die guten Säfte sind als erstes weg, übrig ist aktuell noch jede Menge Grünkohl. Nom!

Mein Saftkur-Fazit

Wer eine Saftkur in Angriff nimmt, sollte sich mental und körperlich in meinen Augen mehr als nur einen Tag darauf vorbereiten – und vor allem sollte er während der Saftkur im Idealfall einen leeren oder zumindest unstressigen Terminkalender vorweisen können. Denn auch wenn so eine Saftkur mit „für jeden geeignet“ betitelt wird, ist in meinen Augen der richtige Zeitpunkt eben nicht immer – nicht umsonst gibt es Fastenkuren, in die man sich einbuchen kann….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.