Hauptstadtmutti

Cheers, Ladies! Cocktail Rezepte, die inspirieren

Wir mögen bunt, wir mögen Alkohol und wir mögen kluge, coole, inspirierende Frauen. Wie schön, dass es das alles kombiniert in einem handlichen Buch gibt! Knaller Illustrationen und eine sehr, sehr vielfältige Mischung von Frauen und, hust, hust, der muss sein, den Mischungen, die sie mögen. Oder die sie inspiriert haben!

Stellt euch ein erwachsenes Goodnight Stories for Rebel Girls mit Cocktailrezepten vor, dann kriegt ihr Cheers, Ladies dabei raus. Es ist also nicht nur ein Rezepte Buch, sondern ein Buch voller Portraits, die uns daran erinnern, warum wir diese Frauen lieben und bewundern. Jennifer Croll und Kelly Shami haben etwas ganz, ganz Tolles geschaffen. Es gibt Erklärungen, Anleitungen und Tipps für die eigene Hausbar.

Wir stellen euch unsere drei Favoritinnen vor und die dazugehörigen Rezepte. Und übrigens, schaut mal bei Instagram vorbei, da könnt ihr 3×2 Exemplare gewinnen. Das Weihnachtsgeschenk für die Freundin, Schwägerin oder große Tochter ist also gesichert!

Peaches

Peaches ist das, was ich gerne wäre. Also irgendwie. Sie ist heiß, sie mischt Punk und Sex und zaubert Elektroclash-Alben, dass einem die Ohren flattern. Außerdem hat sie ihr erstes Album auf dem Berliner Label Kitty-Yo mitten in meiner Musikauflegehochzeit rausgebracht und nun ja, das war sehr prägend. Peaches hat eigentlich nur geiles Zeug gemacht, z.B. 2009 eine Neuinterpretation des Albums des Pink Floyd Albums The Dark Side of the Moon von den Flaming Lips und hach, was liebe ich bis heute die Szene mit Bill Murray und Scarlett Johansson im Film Lost in Translation im Stripclub – wo ein Mädel zu Peaches an der Stange tanzt. Herrlich.

Dani

Peaches-Cocktail

Für das Pfirsichpüree:
1 reifer Pfirsich
1 TL Zitronensaft
1 EL Zucker
Pfirsich schälen, entkernen und mit Zitronensaft und Zucker in einem Mixer fein pürieren.

Für den Cocktail:
3 cl Pfirsichpüree
Prosecco
Garnitur: 1 Pfirsichscheibe
Pfirsichpüree in eine Champagnerflöte abseihen, mit Prosecco auffüllen und mit der Pfirsichscheibe dekorieren – am besten schmecken reife Pfirsiche. Außerhalb der Saison kann das Pfirsichpüree durch 3 cl italienischen Pfirsichnektar ersetzt werden.

Die Electroclash-Pionierin kennt in Sexfragen keinerlei Tabus. Sie arbeitete zunächst als Lehrerin in Toronto. In der dortigen Indieszene tat sie sich mit ihrer damaligen Mitbewohnerin, der Sängerin und Songwriterin Leslie Feist, zusammen, die in ihren Live-Shows mit einer Sockenpuppe auftrat. 2000 besuchte sie ihren Musikerfreund Chilly Gonzales in Berlin und blieb dort. Kurze Zeit später bot ihr das Label Kitty-Yo einen Plattenvertrag an. Mit 34 verhalf ihr der Dance-Hit »Fuck the Pain Away« zum Durchbruch, in dem sie zu einfachen Beats repetitiv ihre Lust auf Sex kundtut. An ihren anzüglich-provokanten Texten über die weibliche Sexualität hat sich seither nichts geändert. Dafür sorgten Alben wie Fatherfucker (von dem sie sagte: »Wenn wir motherfucker sagen, warum dann nicht auch fatherfucker? Gleiches Recht für alle.«), Impeach My BushI Feel Cream und Rub. Ihre Auftritte sind eine Mischung aus Gesang und Performance-Kunst in bizarren metallischen Trainingsanzügen, Unterwäsche oder noch weniger. Nicht minder verstörend sind ihre Albumcover und ihre Musikvideos. In dem Video zu »Rub« sind neben viel nackter Haut nach eigener Aussage auch jede Menge »haarige Pussys« zu sehen. Auch wenn Peaches noch immer eher zur Untergrundszene gehört, hat sich eine ganze Generation Popstars von ihr beeinflussen lassen, unter anderem Lady Gaga und Miley Cyrus. Mit ihrer Musik im Hintergrund wird jeder Auftritt zu einem feministischen Statement. Das beste Beispiel ist die Late-Night-Talkshow Full Frontal with Samantha Bee mit »Boys Want to Be Her« als Titelmelodie. Nach einer Nacht mit jeder Menge »Spaß« hätte Peaches vielleicht nichts gegen einen klassischen Bellini mit frischem Pfirsichsaft zum Frühstück.

Jane Goodall

Jane Goodall ist einfach eine krasse Frau. Die meiste Zeit ihres Lebens hat sie wahrscheinlich mit Schimpansen verbracht. Ihnen hat sie ihr Leben gewidmet. Ich kenne sonst niemanden, der sich in einer solchenArt und Weise für Tierrechte einsetzt oder eingesetzt hat. Und was ich auch verdammt sympathisch finde und Goodall für mich als Ausnahme-Mensch auszeichnet: Ohne universitären Abschluss hat sie promovierte – nämlich mit einer Ausnahmegenehmigung. Bhäm!

Anastasia

Jane-Goodall-Cocktail

6 cl weißer Rum
3 cl Cointreau
1 Banane
3 cl frischer Limettensaft
1 TL Agavensirup
Garnitur: 1 Limettenschnitz
Alle Zutaten mit 100 g Eis in einen Mixer geben und kräftig durchmixen, bis die Konsistenz cremig ist. In ein Hurricaneglas füllen, mit dem Limettenschnitz dekorieren und mit Strohhalm servieren.

Die Verhaltensforscherin Jane Goodall lehrte uns, Schimpansen – und damit auch uns selbst – besser zu verstehen. Ihre Liebe zu den Primaten begann mit einem Stofftier, das sie von ihrem Vater bekommen hatte. Mit 23 zog sie von London nach Kenia, wo sie als Sekretärin für den berühmten Paläontologen Louis Leakey arbeitete. Obwohl sie keine akademische Bildung hatte, schickte Leakey sie in den tansanischen Dschungel, um unter Schimpansen zu leben und sie aus nächster Nähe zu studieren. Als Nichtakademikerin konnte sie wissenschaftliche Methoden ignorieren und sich auf ihre Weise unter die Schimpansen mischen, ihr Verhalten nachahmen und ihnen Bananen anbieten, wenn sie sich ihr näherten. So entstand der »Banana Club«, wie sie es nannte. Sie vergab keine Nummern, um die Schimpansen voneinander zu unterscheiden, sondern Namen wie Flo, Mike oder Gigi. Ihre Nähe zu den Tieren erlaubte eine genaue Beobachtung der komplexen sozialen Strukturen und
Kommunikationstechniken. »Nicht nur Menschen haben eine Persönlichkeit, können rational denken oder Freude und Trauer empfinden«, berichtete sie später. Als sie entdeckte, dass Schimpansen Zweige zum Termitenangeln verwenden, widerlegte sie die bis dato verbreitete Annahme, der Mensch unterscheide sich vom Tier durch die Fähigkeit zum Werkzeuggebrauch. Die Erfahrungen prägten Goodall derart, dass sie ihr restliches Leben dem Primatenschutz, speziell dem der Schimpansen, widmete. Als Mitglied des Banana Clubs hätte sie sicher nichts gegen einen Drink mit ihrer Lieblingsfrucht, einen Banana Daiquiri, mit dem man im Nullkommanichts das Herz seiner Mitprimaten erobern dürfte.

Beyoncé

Als Mitglied des Beyhive hatte ich keine andere Wahl als Beyoncé. Ich liebe sie wirklich. So stell ich mir vor, wie es den Leuten mal mit Lady Di oder den Beatles ging. Sie ist mein alles, und sie macht mich glücklich. Den Cocktail werde ich wohl mit Wild Turkey trinken, weil er mich an meine High School Zeit erinnert. Auch zu empfehlen: Joan Didion und Dolly Parton, meine zwei anderen Vorbilder.

Elina

Beyoncé-Cocktail

Für die Limonade:
50 g Zucker
6 cl Zitronensaft
240 ml Wasser und Zucker in einem kleinen Topf zum Köcheln bringen. Abkühlen lassen und Zitronensaft hinzufügen.

Für den Cocktail:

3 cl Bourbon
Limonade
Garnitur: 1 Zitronenscheibe
Bourbon in ein mittelgroßes mit Eis gefülltes Schraubdeckelglas gießen und mit Limonade auffüllen. Mit der Zitronenscheibe garnieren und mit Strohhalm servieren.

Wären die USA eine Monarchie, dann wäre Beyoncé, genannt »Queen Bey«, ihre Königin. Die Popdiva und bekennende Feministin ist mindestens so berühmt für ihren Beitrag zur Stärkung des Selbstbewusstseins schwarzer Frauen wie für ihre Musik. Ihre Karriere begann schon sehr früh. Während ihrer Kindheit in Houston gehörte sie diversen Girlgroups an. Bereits als Teenager hatte sie mehrere Hits mit der Band Destiny’s Child, unter anderem »Bootylicious«. Später startete sie ihre Solokarriere, heiratete den Rapper Jay-Z und bekam drei Kinder: Blue Ivy und die Zwillinge Sir und Rumi. Schon in frühen Songs wie »Independent Women« besang sie unabhängige Frauen. Ihre späteren Lieder machten sie zu einer der erfolgreichsten Popsängerinnen der Welt. Ihrem Album Lemonade (2016) sagt man nach, es sei voller Anspielungen auf die Untreue ihres Ehemanns Jay-Z. Das Video zu »Hold Up«, in dem sie mit einem Baseballschläger breit grinsend auf Autos einschlägt, wirkte auf ihre weiblichen Fans wie eine kollektive Katharsis. Aufsehenerregend war auch ihr Auftritt beim Super Bowl 2016. Mit Tänzerinnen, deren Outfits an die der Black-Panther-Bewegung erinnerten, sang sie »Formation«, eine Hymne an das schwarze Amerika. Trotz ihres Ruhms hat Beyoncé nie ihre Wurzeln vergessen. Wahrscheinlich hätte sie nichts gegen einen Schuss klassischen Südstaaten-Bourbon in ihrer Limonade.

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