Hauptstadtmutti

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Endlich allein: warum eine ‚Mama-Auszeit‘ so wichtig ist

Seit 2015 schreibe ich mehr oder weniger professionell über Mutterschaft und den großen weißen Wal der gleichberechtigten Elternschaft. Bewusst konzentriere ich mich meistens auf das, was ich kenne: Ehe zwischen Mann und Frau mit 1-2 Kindern. Das ist sowohl meine, als auch die Realität der meisten meiner Freundinnen. Wir bewegen uns hier also in diesem sehr traditionellen Kreis, wenn ich von einer sogenannten ‚Mama-Auszeit‘ erzähle.

Dieses Thema scheint nicht nur nicht obsolet werden zu wollen, sondern ist eher noch förmlich explodiert in den letzten Jahren. Mit Schrecken musste ich beobachten, wie viele der Mütter in meinem Bekanntenkreis nicht nur automatisch für Homeschooling & Homeoffice & Home-alles zuständig waren, sondern diesen Zustand auch alternativlos durchzogen. Urplötzlich wurde mir bewusst, dass all diese Ehemänner in meinem Bekanntenkreis anscheinend Herzchirurgen waren und Ministerposten innehielten. Sie waren unabkömmlich in ihren Jobs, so dass sie während diverser Lockdowns und Quarantäne-Zeiten nicht nur wie gewohnt weiterarbeiteten, sondern schlichtweg die Tür zum Schlafzimmer zumachten, um das in Ruhe zu tun.

Batterien aufladen oder die Revolution starten?

Wie kann ich diesen Text schreiben, ohne in ein vorprogrammiertes Victim-Blaming zu verfallen? Wie kann ich meinen Freundinnen mitteilen, dass zwei Jahre Pandemie vor allen Dingen gezeigt haben, dass ihr Modell nicht funktioniert? Wie kann ich sagen, dass es nicht nur um eine ‚Mama-Auszeit‘ im Hotel geht, um ‚die Batterien aufzuladen‘, sondern es zu einem systematischen Umdenken kommen muss, wenn sich für Mütter irgendwas ändern soll, wenn um mich herum die Mütter reihenweise nicht mehr können oder es einfach nur noch hinnehmen?

Ich kann noch so oft von Patriarchat und System reden, wenn bei der durchschnittlichen Familie, die mir begegnet, die Mutter in den Jahren ihrer Elternschaft noch nicht eine einzige Nacht von ihren Kindern getrennt war. Jahrelang. Das haut mich immer wieder um. Ich finde es also schwierig, bei dieser vermeintlich perfekten 50-50 Aufteilung anzusetzen, ob bei der Elternzeit oder bei der Care Arbeit, wenn ich tagtäglich Frauen begegne, für die das Wochenende ‚Familienzeit‘ und der Abend ‚Paarzeit‘ ist. Deren geheimster Traum wäre, wenn der Mann mal die Kinder einpacken würde und sie einfach mal 48h alleine in ihrer Wohnung wäre.

Wenn ich also von finanzieller Vorsorge und weiblich besetzten DAX-Vorstands-Positionen referiere, dann ist das zwar ebenfalls wichtig, aber gleichzeitig werden meine Texte von Müttern mit Kinderwagen und Windelpackung und schreiendem Kleinkind und schlafendem Baby in der Trage an der Drogeriemarktkasse gelesen, die sich denken, voll gut, aber ich will einfach mal wieder eine Folge meiner Serie gucken, ohne vorher bei der Einschlafbegleitung…einzuschlafen.

Kann man müde das System ändern?

Beide Diskussionen sind nicht nur relevant, sondern essentiell. Natürlich brauchen wir mehr Frauen, auch Mütter, in allen Arbeitsbereichen, allen voran der Politik, aber wie? Wenn wir doch permanent zu müde sind und es nicht mal hinkriegen uns selbst Zeit für uns einzuräumen? Wenn das Modell Frau Teilzeit, Mann Vollzeit für eine Familie funktioniert, dann soll es für diese Familie funktionieren, doch ich grätsche an dem Punkt rein, an dem eine Mutter mit dunklen Augenringen vor mir steht und mir sagt, sie träumt davon, einfach mal wieder eine Nacht durchzuschlafen und alleine zu frühstücken.

Vor wenigen Wochen war ich diese Mutter. Die Kinder permanent krank, die Kinder permanent nachts bei mir, mein Mann und ich permanent am streiten und ich permanent übermüdet. Über Wochen! Es gab keinen Grund zu reisen, alles war abgesagt und ich rettete mich von Power Nap zu Power Nap. Und wir hatten nicht mal ein Baby im Haus! Trotzdem war ich sofort Feuer und Flamme, als Premier Inn Deutschland gefragt hat, ob wir nicht dieses Jahr eine Kooperation eingehen wollen, in der Mütter, Familienauszeiten, spontane Reisen und Treffen mit Freundinnen im Fokus stehen könnten. Meine einzige Frage war also: Wann?

Ich packte Schlafanzug und Jogginganzug und Leo Leggings und meinen Laptop ein, deckte mich mit Zeitschriften ein und machte mich auf den Weg zum Premier Inn Berlin am Kurfürstendamm. Das Ding war aber, ich war so müde, dass ich mich nicht mal an die erste Unterhaltung mit der Dame an der Rezeption erinnern kann. Ich checkte ein, ging nach oben, duschte in Ruhe und ungestört, zog die Vorhänge zu… UND SCHLIEF EIN.

Ich wachte Stunden später auf und wunderte mich kurz, denn irgendwas war anders. Ach ja, meine Gehirnfunktion war zurückgekehrt. Wahnsinn! So fühlte sich das an, wenn komplette Übermüdung mein Gehirn nicht in einen Dämmerzustand hüllt? Nice. Wir vergessen das gerne, dass ‚Müdigkeit‘ nicht der Grundzustand sein sollte. Dass wir besser denken, gehen und arbeiten können, wenn wir geschlafen haben. Doch warum auch immer höre ich immer nur von Männern, die auf dem Sofa schlafen, damit sie am nächsten Morgen fit sind. ‚Die Nächte sind gerade hart‘ kriege ich nur von meinen Freundinnen mit. Was soll das? Sind wir es nicht wert, auch mal ausgeruht zu sein?

Ob wir jetzt für eine, zwei oder drei Nächte in ein Hotel müssen, damit Schlaf garantiert wird, sei dahingestellt. Aber es kann ein Anfang sein. Und ich muss sagen, für ab 39€ die Nacht ist es auch mehr als bezahlbar. Ich gebe mehr Geld für Sushi im Monat aus. Doch trotz dieses unfassbar niedrigen Preises sind die Standards hoch. Lasst es mich so sagen: ich war schon sehr oft in furchtbaren Hotels, die mich das dreifache gekostet haben. Gerade in Berlin! Seitdem ich Leuten von Premier Inn erzähle, können sie es kaum fassen und bedanken sich jedes Mal, da sie genauso zufrieden waren. Buchen könnt ihr nur direkt auf der Seite von Premier Inn, mit ein Grund, warum sie es hinkriegen, so günstig zu sein.

Ich jedenfalls habe in der Zeit eine Freundin zum Abendessen getroffen und mich gefreut, danach wieder in mein Zimmer zurückzukehren, in dem mein eigenes kleines Chaos herrschte. Morgens bin ich ohne Wecker aufgestanden und habe in Ruhe gefrühstückt. Einen Vormittag bin ich spontan zu einer Massage gegangen, sie hat mich mehr gekostet als die Hotelnacht, aber auch das war es wert. Ich habe zwar auch gearbeitet, aber ganz in Ruhe und ich habe mich zum Kaffee mit einer Freundin im KaDeWe getroffen, das direkt um die Ecke ist. Wir haben gequatscht, geguckt und geträumt. Ich habe mir Kuchen einpacken lassen und ihn im Bett gegessen, während ‚Bares für Rares‘ lief. Es war himmlisch.

Ich konnte wieder denken und es war das schönste Gefühl. Für all diejenigen, die glauben, ihr Mann würde ‚das nicht schaffen‘, seid ihr euch sicher? Was wäre das Schlimmste, was passieren würde? Habt ihr es schon mal ausprobiert? Tut es. Fahrt weg, sei es in der eigenen Stadt.

Diese kompletten Auszeiten, wirklich mal rauszukommen, sind gerade in diesen Zeiten wichtig. Tapetenwechsel nennt man das, nicht wahr? In der Hauptstadtmutti Bio auf Instagram steht ‚Mutter werden, Frau bleiben‘. Schon so manches Mal habe ich gedacht, ist das nicht überflüssig? Ist das nicht logisch, dass man eine Frau, also ein Mensch bleibt? Sollte ich das ändern? Doch dann begegnen mir tagtäglich wieder Mütter, die schwanger, Erstgebärende oder schon seit Jahren Mütter sind, und wir führen das gleiche Gespräch. Wenn sich etwas ändert, dann vielleicht bei denen, ‚die es können‘ oder besonders laut auf Instagram ein 50-50 einfordern. Im regulären Alltag passiert das langsam und schleppend.

Genau dann ist es wichtig, dass ich mich und euch erinnere, dass eine sogenannte ‚Mama-Auszeit‘ nicht nur helfen kann, das Gehirn wieder anzuschmeissen, sondern auch ein Anstoß sein kann, im alltäglichen Familienleben Veränderungen einzuläuten. Bei diesen Auszeiten geht es nicht um das schönste Schwimmbad oder den krassesten Spa, sondern ums Rauskommen. Die Dame an der Rezeption war übrigens sehr, sehr nett, als sie mir abends alles noch einmal erklären musste. Sie hat mich verständnisvoll angelächelt und mir eine erholsame Auszeit gewünscht.

Zu meinem ausgeschlafenen Streetstyle geht es hier lang. Ich freue mich jedenfalls, euch dieses Jahr die vielen verschiedenen Hotels von Premier Inn vorzustellen. Und dann erfahrt ihr auch mehr über diese unfassbar riesigen Familienzimmer!