Hauptstadtmutti

Alle Kinder müssen schwimmen lernen!

Endlich Sommer! Wer liebt ihn nicht. Es ist also wieder Zeit fürs Schwimmen und schwimmen lernen. Für Eis, für kurze Hosen, für lange Grillabende und eben Baden an Seen und in den Freibädern. In diesem Sommer kriegen unsere Kinder immerhin in Berliner Freibädern freien Eintritt (Alle geöffneten Freibäder und die Möglichkeit, euren Slot zu kaufen, findet ihr auf der Seite der Berliner Bäderbetriebe).

Wer ein Bad um die Ecke hat, hat’s gut, denn so eine Abkühlung nach einem Arbeitstag, nach der Schule oder am Wochenende tut auch verdammt gut. Und auch die meisten Kinder lieben die Planscherei im oder auf dem Wasser und ey, im Sommer spielt sich eben fast alles draussen ab und vieles davon hat auch mit Wasser zu tun.

Macht eure Kinder fit für’s schwimmen!

Die Medien nehmen das Thema in jedem Sommer wieder auf: Deutschland, Nichtschwimmerland. Und durch Corona soll die Thematik sogar noch erschwert werden. Keine stattfindenden Kurse, kein Schwimmunterricht in der Schule, weil wir nicht dürfen, weil im Homeoffice kann keiner schwimmen lernen. Die Warteschlangen für Schwimmkurse werden immer länger und manchmal, nun ja, manchmal kippt das dann hinten über. Irgendwann lernt das Kind das dann schon. Ich rate euch: dranbleiben, Freunde fragen, selbst probieren und immer wieder nach Kursen fragen (vielleicht fällt mal ein Kind aus). Bei meiner großen Tochter habe ich mehr als vier Monate auf einen Platz gewartet. Aber heute ist sie eine ganz gute Schwimmerin.

Mit einer Freundin habe ich das erste Kind aus dem Wasser gerettet, da waren wir 10 Jahre alt. Das Kind war zweieinhalb, es stolperte mit dem Kopf voraus in nicht mal knietiefem Wasser und kippte dann nach vorne um. Das war’s. Wir guckten erst kurz, weil: das Kind hätte dort LOCKER stehen, ergo doch auch wieder aufstehen können oder etwa nicht?Nein, denn der Kleine hat einfach die Orientierung nicht auf die Reihe gekriegt. Wo ist denn oben? Wusste er nicht. Also haben wir ihn rausgezogen. Btw: Es war Herbst. Gummistiefel-Regenwetter. Papa war da, konnte aber nicht helfen, denn der saß im Rollstuhl.

2020 sind mindestens 378 Menschen ertrunken

Viele von uns haben eine völlig falsche Vorstellung davon, wie ertrinken so ist.
Kinder, je kleiner, desto mehr solltet ihr am Wasser sowieso nicht aus den Augen lassen. Sie gehen einfach unter. Leise. Niemand schreit wie in einem Action Film erstmal laut um Hilfe, bevor er untergeht. Wie meine Zweijährige bei unserem Urlaub am Meer es schon sehr pragmatisch formuliert hat: „Dann bin ich weg.“

Schreien und um Hilfe winken ist eher nicht. Es wird still und leise untergegangen. Laut DLRG schwimmen 30% in unserem Land nicht besonders gut oder eben gar nicht.

Das Jahr 2020 war für die Schwimmausbildung ein verlorenes Jahr

Achim Haag, Präsident des DLRG

Der sichere Umgang mit Wasser wird vielen gar nicht mehr nahegelegt. Und besonders im letzten Jahr hat sich die Lage zugespitzt. Die Berührung mit Wasser ist eher bei Null. Immerhin: so langsam kann es wieder losgehen – aber ey, im letzten Jahr schoß die Zahl der Ertrunkenen besonders im August nach oben – und wer nicht in den Schwimmkurs kommt und es selbst probieren will, kann das über einen Onlinekurs versuchen. Im Interview mit dem Tagesspiegel hat die Gründerin der Schwimmschule „Rochenkinder“ nicht nur ein informatives Interview gegeben, sondern ich habe auch entdeckt, dass sie aufgrund des Platzmangels in den Kursen auch einen Onlinekurs für Eltern anbietet. Und hier habe ich noch neun Tipps für Eltern entdeckt, die ihren Kindern das Schwimmen selbständig beibringen wollen. Ich sage ja nur: Alle Kinder müssen schwimmen lernen.

Ein Kommentar zu “Alle Kinder müssen schwimmen lernen!

  1. Die Aktion finde ich super!

    Und ja, Kinder müssen schwimmen lernen. Leider reicht dazu oft ein einziger Kurs nicht einmal aus, wir haben gerade für den Seepferdchenkurs meiner Tochter 160€ bezahlt, am Ende konnte sie fast gar nicht schwimmen, was sie sehr unglücklich gemacht hat (Ich habe dazu einen Erfahrungsbericht geschrieben: https://meinglueck.wordpress.com/2017/06/15/ueber-unglueckliche-kinder-schwimmen-schwimmen-einfach-schwimmen/)

    Jetzt gehen wir jedes Wochenende mit ihr schwimmen. Strandbad für die Familie: 16€. Nächstes Wochenende schlechtes Wetter, also Schwimmbad: 24€. Wir sind nicht arm, aber eben auch nicht reich. Wenn ich das hochrechne, bis meine Tochter hoffentlich irgendwann einmal schwimmen kann, verstehe ich, warum es bei vielen Kindern tatsächlich am Geld scheitert…

    Umso mehr: Tolle Aktion!

    (Außer vielleicht, dass ich Fotografieren in Freibädern auch etwas schwierig finde – aber das ist ein anderes Thema…)

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