Nordsee mit Kids: Unser Familienurlaub auf Norderney

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Letzten Oktober wollten wir mit den Kids noch mal in die Sonne fahren. Da wir nun aber abhängig von den Schulferien waren (muss man sich ja auch erst mal dran gewöhnen), hatten wir zu spät geguckt, was geht.

Und tja, irgendwann waren Flüge für vier Personen einfach unerschwinglich. Was also tun? Schon wieder Ostsee? Nein, dieses Mal ging es weiter westlich. Wir fuhren an die Nordsee. In den Familienurlaub auf Norderney.

Eine Insel, Kinder. Wir fahren auf eine Insel.

Freudig erzählte ich den Kindern von unseren Reiseplänen auf eine Insel mitten in der Nordsee. Der Funke sprang sofort über und sie suchten alle Bücher und Geschichten zusammen, in denen es um Inseln und Abenteuer ging.

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Wir buchten also ein Appartement im Hotel Inselloft, buchten die Fähre von Norddeich bis Norderney, packten unser Auto voll und fuhren an einem Montag ganz früh los. Von Berlin bis zur Nordseeküste sind es 7 Stunden. Das ist schon eine Tour. Aber ich hatte vorgesorgt und einen kompletten Proviantkorb vorbereitet, mit Würstchen und Klöpschen, mit Schnittchen und Obst, mit Keksen, Datteln und kleinen Süßigkeiten.

Dazu hatten wir stapelweise Bücher, die besonders für Autofahrten geeignet waren – also Wimmelbücher, Rätselbücher und Bücher, mit denen sich die Jungs lange alleine beschäftigen konnten – eingepackt und viele, viele Hörspiele. Unsere Jungs lieben Hörspiele auf langen Autofahrten und wir eigentlich auch. Unser Favorit war dieses Mal „Mummins lange Reise“. Die Mummins finde ich schon lange toll, und endlich sind auch unsere Kinder im Mummins-Alter.

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Und so verging die Fahrt an die Nordsee wie im Flug und bald standen wir auf der Fähre und fuhren in den Sonnenuntergang. Ach, war das aufregend. Wir erkundeten die gesamte Fähre, von oben bis unten. Wir liefen von vorn nach hinten und zurück.

Nach dem Anlegen hatten wir genau eine Stunde Zeit, um zum Hotel zu fahren und auszuladen. Dann musste das Auto auf einen Parkplatz etwas außerhalb geparkt werden. Manche lassen das Auto auf dem Festland und kommen ohne. Aber mit Gepäck für vier haben wir uns das nicht getraut.

Das Inselloft – Ein Hotel mit Stil

Am nächsten Tag erkundeten wir das Hotel. Das Inselloft Norderney steht in zweiter Reihe am Strand, in klassischer Seebbadarchitektur des vorigen Jahrhunderts. Von außen macht es ordentlich was her. Schick und stolz steht es da. Der Kontrast zum Rest der Insel, der eher einer grauweißen 50er-Jahre Betonwüste gleicht und leicht piefig wirkt, ist groß.

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Das Hotel hat viele sehr geräumige Lofts mit bis zu vier Betten. Zum Glück sind nur in einem der fünf Häuser Hunde erlaubt, was vor allem für Familien mit Kindern oder Menschen mit Hundehaar-Allergie von Vorteil ist. Unten im Hotel gibt es ein super kuscheliges Wohnzimmer, dass alle Hotelgäste nutzen können, mit aktuellen Zeitungen, Magazinen, Gesellschaftsspielen und Getränken. Sehr gemütlich, allerdings könnte es noch etwas mehr Kindersachen geben, den Kindern wurde immer schnell langweilig. Wir nahmen daher also immer unsere eigenen Spielsachen mit.

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Frühstücken und manchmal zu Abend essen konnte man im hoteleigenen Deli. Sehr hübsch und stylisch, abends leider manchmal etwas voll. Es lohnt sich, Plätze vorzubestellen. Superlecker sind die Backwaren aus der hauseigenen Backstube. Den ganzen Tag duftet es verführerisch nach Bäckerei, so dass wir ziemlich oft stoppten, um köstliche kleine Teilchen zu naschen.

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Es gibt eine Sauna mit Dünenblick, die haben wir mit den Kindern an den Nachmittagen ordentlich genutzt. Traumhaft. Und für Shoppingverliebte gibt es im Hotel auch einen netten Interieur-Store mit lauter hübschem Schnickschnack zum mit nach Hause nehmen.

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Unser Zimmer war riesig, skandinavisch hell, viel Holz und grau und dazu ein traumhaft großes Badezimmer. Alles äußerst modern und stylisch eingerichtet, mit einer mega Fensterfront und Terrasse zum Toben. Eine Kleinigkeit ist uns allerdings zum Thema Familienfreundlichkeit aufgefallen. Da der Bereich mit den Kinderbetten keine Tür hatte, war das Zubettbringen etwas schwierig, da wir nicht so recht wussten, wohin wir dann gehen sollten. Meist saßen wir im Dunkeln und warteten ganz still, bis die Kinder eingeschlafen waren. Das kann auch witzig sein – oder wie war das noch mit dem Trainieren der Aufmerksamkeit?

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Wir haben uns wirklich sehr wohl gefühlt und natürlich die Insel von vorne bis hinten erkundet. Die schönsten Punkte hab ich hier für euch einmal aufgeschrieben:

Meine 10 Tipps für Norderney mit Kind

 

  1. Der Strand. Unschlagbar riesig. Auch im Herbst und Winter können die Kids hier buddeln, buddeln, buddeln. Bei Ebbe findet man allerlei Krimskrams, Krebse, Muscheln, tolle Steine, Federn. Und wandern kann man hier. Die Kinder merken gar nicht, wie weit sie laufen, da es so viel zu entdecken gibt. Für kleinere kann man sich zum Beispiel im Inselloft einen Strandbuggy leihen.
  2. Wandern kann man bis zur Weißen Düne. Am Nordstrand entlang läuft man vom Ort aus ungefähr zwei Stunden bis dahin. Dabei kommt man an einem sehr coolen Spielplatz vorbei. Die Weiße Düne ist Restaurant, Café und Bar in einem. Erinnert etwas an eine Après-Ski-Hütte. Drinnen kann man vorm Kamin sitzen und sich aufwärmen. Wenn es wärmer ist, sitzt man draußen auf Holzbänken und genießt die Fischsuppe oder die leckeren Nachtische. Für Kinder gibt es Süßkartoffelpommes. Zurück geht es durch die Dünen zu Fuß oder mit dem Bus.
  3. Oder man fährt mit dem Fahrrad. Das ist überhaupt sehr cool. Am Strand entlang gibt es einen sehr breiten Fahrradweg. Vor allem für Fahrradanfänger kann man hier super üben. Wir haben das mehrmals gemacht und so auch die Insel ganz gut erkundet.
  4. Wir sind auch zum Nationalpark Haus Norderney gefahren. Das ist ein sehr modernes Museum, das auch mit kleineren Kinder gut geht. Spielerisch und zum Anfassen wird erklärt, wie die Nordsee funktioniert. Dabei kann man mehrere Stationen bewältigen und Fische und Seetiere beobachten. Oder digital testen, ob man weiß, wofür die Dünenbepflanzung da ist. Ein bisschen wie die „Wieso-Weshalb-Warum-Bücher“ zum Anfassen.
  5. Fürs hippe Abendbrot ist die Milchbar Norderney zweifellos die beste Location. Direkt am Strand steht der Pavillon im Art déco-Stil. Von dort hat man einfach den besten Blick auf den Sonnenuntergang. Die Kinder mit Milchreis, Mama und Papa mit Matjes und dem weltbesten Hirtensalat und vielleicht einem Aperol Spritz.
  6. Das kinderfreundlichste Abendbrot gibt es allerdings im Scheerers. Auf den ersten Blick wirkt es etwas kühl und altbacken, aber die mega Spielecke ist unschlagbar. Unsere Kinder sind sofort dahin verschwunden und erst nach zwei Stunden wieder aufgetaucht. Das Personal ist auch extrem auf Kinder eingestellt. Sowas habe ich selten erlebt. Kinderkarte mit einfachen Auswahlmöglichkeiten. Das Essen für die Kids kam schnell, war nicht heiß und es gab Kinderbesteck. Am Ende gab es auch noch Eis für alle. Trotz allem wurden die Kinder freundlich aber bestimmt von der Kellnerin zurecht gewiesen, wenn sie das Spielzeug zu weit ins Restaurant verteilten. Top!
  7. Ein Highlight ist auf jeden Fall die Wattwanderung für Kinder, die von den von den Biologen des Wattmuseums durchgeführt wird. Supertoll für Kinder ab 3 Jahre. Die Kleinen fanden es einfach lustig, „durchs“ Meer zu laufen und die Großen sogen die Informationen auf und erzählen heute noch von den Wattwürmern und den Vögeln, die sie fressen. Und von dem toten Seehund.
  8. Für Schlecht-Wetter-Tage empfehle ich das Badehaus Norderney. Das ist architektonisch sehr, sehr schön. Viel Holz und Licht. Es gibt zwei Bereiche. Einer mit Wellenbad und spaßigen Sprudeln, also eher für Kinder. Und den Thalassobereich. Da darf man die Kinder aber auch mitnehmen. Oder man geht mal alleine rein und lässt sich mit Schlammpackungen verwöhnen.
  9. Wenn die Kinder keine Lust mehr auf nur Strand haben, gibt es am Weststrand noch einen Abenteuerspielplatz mit Piratenschiff und Trampolin. Und gleich gegenüber ist der Klettergarten für Kinder.
  10. Und finally einer unserer Lieblingsplätze. Der Le Pirate Imbiss. Authentischer geht nicht. Raue nordische Kühlheit trifft exzellentes Seefood. Auch alles zum Mitnehmen.

Mein Fazit: Norderney kann man also echt mal machen! Das Inselloft ist super für ein verlängertes Wochenende oder auch eine Woche und die Nordseeinsel eignet sich gut für lange Spaziergänge und Wanderungen am Strand.

Vielen Dank an das Inselloft Norderney für die wunderschönen Tage.

Fotos: Isa Grütering und Inselloft Norderney

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