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Rumschiffen mit Schiffen und Rum: Auszeit in Flensburg mit Kind

Fast 500 Kilometer nördlich von Berlin, kurz vor der dänischen Grenze, befindet sich eine Stadt, von der wir viel zu wenig wissen. Flensburg, Baby, du bist eine Perle für spontane Ausflüge oder für den perfekten Zwischenstopp auf dem Weg nach Dänemark!

Eingeladen hatte uns das Hotel Hafen Flensburg und wir fuhren kurz vor Weihnachten hin, um den Geburtstag des Mannes zu feiern und auch, um mal zu gucken, wie sich das Kind in einem ’normalen‘ Hotel verhalten würde. Keine Kinderbetreuung, kein Kinderraum und kein Schwimmbad: für uns eine absolute Herausforderung mit einem sehr aktiven Kleinkind.

Falls der Name es noch nicht deutlich genug gemacht hat: Das Hotel ist wirklich direkt am Hafen gelegen. Ich hab mal ein halbes Jahr in Hamburg gelebt und einen Monat davon in St.Pauli und manchmal fehlt mir das. Ich liebe alle meine HamburgerInnen auf Instagram, um durch sie immer mal wieder einen Blick auf Schiffe und Wasser zu kriegen, aber in echt ist das alles immer wieder schön.

Das war nicht exakt unser Zimmer, aber diese Zimmer existieren und wir hatten einen ähnlichen Ausblick!  Mit der Bahn reist man ziemlich genau 4 Stunden ab Berlin und steigt einmal in Hamburg um. Mit Auto dauert es etwas länger, aber man hat die Möglichkeit auf dem Hin- oder Rückweg einen Stopp im Wikingerdorf Haithabu einzulegen. Unbedingt empfehlenswert!

Unser Zimmer war aber mindestens genauso schön, nur halt leider nicht von der Sonne geknutscht. Unsere Zeit in Flensburg war leider etwas nass und grau, aber dafür kann ich euch jetzt richtig viele Museen empfehlen. Und man soll ja immer das Positive sehen.

Schaut mal, hier haben wir geschlafen (kostenfreie Babyausstattung ist übrigens möglich):

Das Hotel war für uns und das Kind eine Mischung aus ‚Guck mal hier‘ und ‚Fass das nicht an‘. Es nichts zu Bruch gegangen! Whoopwhoop! Die Swing-Stühle in der Lobby waren übrigens eine super Ablenkung wenn das Kind im Restaurant nebenan mal zu unruhig wurde. Und natürlich der Kamin hinter Glas.

Essen im Hotelrestaurant mit Kleinkind

Gegessen haben wir ohne Frage fantastisch. Wir sind an beiden Abenden um Punkt 18 Uhr zum Abendessen ins Columbus gegangen, da das Kind normalerweise um 19 Uhr schlafen geht und naja, seien wir ehrlich, um so wenig Menschen wie möglich zu stören. Aber Essengehen mit Kleinkind läuft ja meistens gleich ab: Während wir bei der Vorspeise sind, vertilgt der Nachwuchs  die Hauptspeise, ist 20 Minuten lang konzentriert und will danach sowieso etwas gucken oder hören. Was echt gut war: Wir saßen an beiden Abenden in einer Ecke mit gemütlicher Sitzbank, so dass das Kind sich hinlegen konnte und in Ruhe einen Film gucken, während wir mal tatsächlich ein Drei-Gänge-Menü inklusive Getränke genießen konnten. Muss auch mal sein.

Mein Eindruck war, dass die anderen Gäste sich nicht wirklich an unserem Kind  gestört haben, solange es ruhig war, aber sobald es ein bisschen unruhig wurde, wurden wir angestarrt. Als das Kind dann am ersten Abend einen Burger bestellte, kam vom Nachbartisch tatsächlich der Kommentar: ‚Wir sind hier doch nicht bei McDonald’s!‘ Wir haben den Herrn dann freundlich darauf hingewiesen, dass das Kind Burgeressen in Berlin gelernt hat, und nicht in einem amerikanischen Fast Food Restaurant, und sollte er mal in die Hauptstadt kommen, empfehlen wir ihm gerne etwas. Zum Beispiel den Wildschweinburger von Hirsch & Eber.

Kommentare von älteren Menschen sind was ganz Feines, wenn man versucht, mit dem Kleinkind einen schönen Abend im Restaurant zu verbringen, oder? Was ich von Kommentaren, ob online oder offline, halte, könnt ihr übrigens hier nachlesen.

Der Service war ausgezeichnet und wir haben uns sehr wohl gefühlt, alle waren höflich und freundlich gegenüber uns und dem Kind, da gibt es wirklich nichts zu sagen.

Morgens war irgendwie alles anders. Um Punkt 8 Uhr war ordentlich Leben im Restaurant! Viele Kinder (auch zwei Babys), vor allen Dingen aus Dänemark, die tobten, lachten und das wirklich grandiose Frühstücksbuffet unsicher machten. Übrigens,  hier die Infos zum Frühstücksbuffet im Hotel Hafen Flensburg. Vegan und vegetarisch ist kein Problem (Schaumwein gibt es auch!), und auch wenn ihr woanders übernachtet, könnt ihr unter der Woche hier frühstücken. Es lohnt sich!

Coworking im Hotel: Die Captains Lounge

Ein ganz besonderes Highlight  ist die sogenannte Captains Lounge, ein Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert als Teil des Hotels. Hier sind Sitzgelegenheiten, Leseecken, und Ruhe zum Arbeiten. Herrlich! Für uns war das super, denn während Mann und Kind Ausflüge zum Hafen oder ins Museum gemacht haben, hab ich mich mit einem Kaffee (oder Grog) in das Ledersofa fallen lassen und einfach mal gelesen.

Die Lounge fungiert tatsächlich auch als quasi Coworking Space. Man kann, auch wenn man kein Gast des Hauses ist, einfach vorbeikommen, und den Platz nutzen, um in Ruhe etwas abzuarbeiten. Einfach genial! Hilft bestimmt auch gut bei eventuellem Hotelzimmer-Koller (oder Cabin Fever), wenn man mal für eine Stunde seine Ruhe haben möchte. Und ja, WLAN ist super! (Nicht unwichtig: keine 300 Meter entfernt ist ein ordentlicher Copy Shop.)

Im gesamten Hotel sind Fotografien und Pläne ausgestellt, die den Umbau und die Renovierungsarbeiten dokumentieren (hier erfahrt ihr noch mehr zur Geschichte). Der Fahrstuhl ist auch clever gemacht: Während man hochfährt, fährt man visuell den Mast eines Segelschiffs hoch, ich nehme an in Originalgröße? Das Kind hat es geliebt!

Wer sich nicht beim Lesen entspannen möchte: Es gibt ein Wellnessdeck mit Sauna und Massagen.

Flensburg, skandinavisches Ziehkind

Als wir uns dann mal irgendwann in den Schneeregen raus trauten, staunten wir nicht schlecht, denn gefühlt jedes zweite Café oder Krimskrams-Shop ließ uns denken, wir schlenderten durch Kopenhagen. Wir stopften uns voll mit Gebäck, Zimtschnecken und Softeis.

Besonders empfehlen möchte ich euch das Café Isa! Im Sommer unbedingt auch das hausgemachte Eis probieren.

https://www.instagram.com/p/BuyguZeHjl6/

Und wie sollte es auch anders sein, als in einer dänisch geprägten Stadt? Überall Secondhandläden! Ich habe im ersten Kilo-Laden Flensburgs ordentlich eingekauft (Kilo-Laden-FL, Norderstr. 50, 24939 Flensburg).

Unbedingt ausprobieren in Flensburg

Die vielen kleinen Hinterhöfe, die von der Haupteinkaufsstraße abgehen, sind besonders schön. Ein unbedingtes Muss ist die Rote Straße mit Braasch Rum. Das Rum-Haus hat einen kleinen Hinterhof, der sehr schön dekoriert ist und in dem in der Weihnachtszeit skandinavischer Glühwein mit Rosinen und Nüssen zum Selbstverfeinern angeboten wird. Ebenfalls in dem Hinterhof befindet sich ein kleines Rum-Museum.
Das Rum-Museumim Flensburger Schifffahrtsmuseum (gleich neben dem Hotel Hafen Flensburg):
Dieses zeigt einen 360-Grad-Film über die Rumgeschichte Flensburgs. Auch etwas für Kids, da dieser wirklich sehr schön und spannend erzählt wird. Beginn immer um 5 nach voll auf Deutsch und um 5 nach halb auf Englisch. Dauer: Ca. 20 Minuten.
Robbe & Berking Yachting Heritage Centre ist ein „Haus der Yachtsportgeschichte“: Robbe & Berking ist eigentlich für das sehr edle Silberbesteck bekannt und beliefert damit sogar Königshäuser. Als Yacht-Freunde haben sie eine Werft für Holzyachtboote aufgebaut, die in der Form wohl einmalig ist. Um auch Laien den Sport ein bisschen näher zu bringen, wurde im Oktober 2016 das Robbe & Berking Yachting Heritage Centre auf dem Werft-Gelände eröffnet. Es bietet eine wechselnde Ausstellung mit Themen rund um den Yachtsport. Dabei kann es z.B. auch mal um einen König gehen, der einfach gerne segelt. Eintrittspreis: 5 Euro, diverse Ermäßigungen (2,50 Euro), Kinder unter 6 Jahren frei.
Das Hotel Hafen Flensburg hat außerdem eine super Übersicht zu Ausflugszielen rund um Flensburg erstellt. Hier lang.
Nur ganz am Rande noch zum Schluss: Wir kommen wieder, aber dann ohne Kind. In Flensburg kann man nämlich auch richtig gut feiern gehen. Das haben uns die etwas verkaterten Gesichter der dänischen Frühstücksgäste ohne Kinder verraten.
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