Hauptstadtmutti

Wenn Mamas Herz einen Stich bekommt – Warum müssen Kinder manchmal so gemein sein?

Gestern hatten wir einen wundervollen Nachmittag auf dem Spielpatz. Auf dem Spielplatz direkt an der Kita. Die Sonne schien, alle Mütter oder Väter hatten einen kleinen Snack mit dabei. Ich weiß ja nicht, wie es bei euch so ist, aber wenn wir alle unsere Kinder aus der Kita abgeholt haben, beginnt auf dem Spielplatz erstmal das große „Fressen“. Auch meine Tochter fragt nach kurzer Wiedersehensfreude gleich nach, ob ich Smarties mit dabei habe. Smarties liegen bei ihr gerade hoch im Kurs. Natürlich isst sie auch gern Obst, aber wenn ich ihr Apfelstücken und Smarties hinlege, werden als erstes die Schokolinsen gegessen. Immer! 😀 Würde ich aber wahrscheinlich nicht anders machen.

Und plötzlich schmerzt mein Mama-Herz

Und dieser Nachmittag hätte nicht schöner sein können. Als wir dann aber zu Hause ankamen, wollte meine Tochter noch einmal unbedingt auf den Spielplatz hinter unserem Haus. Schaukeln. Auch das steht gerade bei ihr hoch im Kurs. Und ja, so gingen wir nochmal schaukeln. Ein wenig Zeit bis zum Abendbrot hatten wir ja noch. Und da passierte es dann. Zwei etwas ältere Jungen (3 Jahre und fast 4 Jahre) spielten gemeinsam mit ihren Polizeiautos. Und da meine Tochter ein eher geselliger Typ ist, setzte sie sich mit dazu und wollte auch mitspielen. Doch sie machten ihr gleich klar, dass sie nicht mitspielen dürfe. Uff! Der 1. kleine Stich für mich. Doch dann sagte der eine zu ihr, dass er den anderen Jungen zu seinem Geburtstag einlädt und sie nicht. 2. Stich! Und der tat mir besonders weh.

In so einer Situation war ich bisher noch nie. Wahrscheinlich hat sie das schon öfters in der Kita erlebt, aber ich hatte bis dato so etwas noch nicht erlebt. Und meine Kleine hat so etwas auch noch nie von sich gegeben. Coolerweise ist sie einfach sitzen geblieben und kam erst später mit etwas heruntergezogener Unterlippe zu mir. Und – oh man – ich musste das auch erstmal kurz verdauen. Ich weiß ja, dass solche Aussagen und Ausschlüsse normal sind, aber wenn man dass das erste Mal bei seinem eigenen Kind erlebt, trifft es einen ganz unerwartet doch tiefer als gedacht. Und wahrscheinlich hatte sie es auch schnell wieder vergessen, doch ich muss gestehen, dass es bei mir deutlich länger dauerte.

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird sie so etwas früher oder später auch mal zu anderen Kindern sagen, ist ja auch ganz normal, denn es ist ja wie bei uns Erwachsenen – mit dem einen fühlt man sich verbundener, als mit dem anderen. Nur Kinder sind da einfach direkter und sagen dir ihre Meinung einfach ins Gesicht. Was ich ehrlich gesagt auch viel lieber mag. Dann bestehen klare Verhältnisse. Und es ist wie mit allem. Auch für uns Eltern ist es ein ständiger Lernprozess. Und ich kann eigentlich nichts gegen diese Aussagen tun, aber ich kann versuchen, sie selbstbewusst und selbstsicher zu erziehen. Und hoffen, dass sie sich nicht soviele Gedanken darüber macht, was andere über sie denken und von ihr halten. Denn dann wäre sie mir wunderbarerweise ein Stück voraus. Und so einem Jungen dann irgendwann entgegenen würde, dass sie auf seine langweilige Feier sowieso keine Lust hatte!

Foto: Unsplash/Micah.H.

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