Hauptstadtmutti

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Welcher Wodka wird der Hauptstadtmutti Winner?

Als ich noch an einer äußerst Prestige trächtigen Universität äußerst privilegierten jungen Amerikaner*innen Deutsch beibringen durfte, war meine Lieblings-Aussprachübung: Willi Wonka will Wodka. Auf English wäre das nämlich Willie Wonka wants Vodka und ist für das verkaterte Gehirn eines Zwanzigjährigen eine krasse Herausforderung. Vergnügt euch also mit dieser Überschrift!

‚A Grouchy German is a Sour Kraut‘

Ich mag Wodka, sehr sogar. Ich würde auch mal zu Bourbon greifen, aber eher als Teil eines guten Mint Juleps an einem sehr heißen Tag. Alles andere: Grappa, Obstler, Whiskey, Gin, Kräuterschnaps, da ist meine Grundreaktion eher: ‚Wenn es denn sein muss.‘ Und Wein? Müsst ihr Dani fragen, ich bin buchstäblich Etikettentrinkerin.

Warum ein Wodka Tasting?

Äh, erstens macht es Spaß und zweitens würde ich eher Schnaps brennen als Brot backen. Solange man das aber nicht darf, muss ich probieren, was es so gibt. Und das ist einiges! Als ich noch als junges Ding durch die Clubszene dieses Landes tingelte, gab es Absolut und Smirnoff…und den Haus-Wodka, was auch immer das war. Zeiten ändern sich! Inzwischen gibt es unzählige Sorten und deshalb dachte ich mir, man könnte ja mal testen.

Als tatkräftige Unterstützung habe ich niemand anderen als meinen eigenen Vater herangezogen. Mehr Erfahrung, mehr Ehrlichkeit und vor allen Dingen: echtes Fachwissen. Außerdem stellt mein Vater keine Fragen, wenn die Tochter sagt: Hast du Sonntag Zeit, dich mit mir durch elf Sorten Wodka zu trinken? Er kommt einfach.

Tasting Ablauf

Wie geil ist bitte meine Shot Sammlung?

Wir haben uns auf elf möglichst verschiedene Sorten aus Deutschland und Österreich begrenzt. Wir haben wirklich blind probiert. Mein Mann hat bunt gemischt, eingeschenkt und Sticker unter die Shot Gläser geklebt. Wir haben erst blind gerochen, dann blind getrunken, dann die Flaschen bewertet, ohne zu wissen, welche Flasche zu welchem getrunkenen Wodka gehörte und dann erst, nachdem wir alle drei Faktoren zusammengefasst haben, eine Schätzung abgegeben, wie viel wir ausgegeben hätten und dann erfahren, wie viel der Wodka in echt kostet.

Bewertet wurde von 1-5, wobei ich anmerken soll, dass ‚das nächste Mal von 1-10 bewertet wird‘. Das alles wurde addiert und wir sind, Überraschung, auf doch recht verschiedene Ergebnisse gekommen. Zielgruppen wären in diesem Fall: Generation X Ü50-U60 und Millennial Ü30-U40.

Gibt es ein Fazit?

Also den Gewinner-Wodka verkünde ich erst am Ende. Außerdem gibt es ja für mich einen Gewinner und für meinen Papa. Aber vorab möchte ich sagen: Alle waren sehr, sehr gut, was auch zu erwarten war bei der Preiskategorie von 20-80€. Ob man jetzt unbedingt mehr als 35€ für einen Wodka ausgeben muss, erfahrt ihr am Ende. Außerdem könnt ihr mit eurem Geld machen, was ihr wollt. Und, wie ich meinen Vater auch mehrfach erinnert habe, es gibt Menschen die trinken solche Flaschen nicht an einem Abend aus. Verrückt.

Wer ist denn dabei?

Viele Berliner! Und ein Rapper! Und Kokablatt! Und leuchtende Flaschen! Und soziale Wodkas! Und Süßkartoffeln! Aber, genug gelabert, hier, in keiner besonderen Reihenfolge, die Kontrahenten.

Cocü

Das war dann wohl der Polarisierendste. Geruch: Ich, freudige Entzückung, mein Vater, angeekelte Brüskierung. Geschmack: Ich, bitte mehr als die 1cl zum Probieren, und mein Vater, kannst meins haben. Ich glaube die Worte Putzmittel und Citrus Frische sind gefallen. Mir egal. War auch der einzige, den ich erraten hatte, bei allen anderen lag ich falsch. ‚Er schmeckt noch schlechter als er riecht‘ war dann das Fazit meines Vaters.

Man muss Flavor-Wodka mögen, dann feiert man es so sehr wie ich. Kokablätter und Kalamansi (einer Kreuzung aus Kumquat und Mandarine). Und Alpenquellwasser. Ohne geht anscheinend nichts beim Wodka machen in Österreich.
Übrigens, Wodka mit Geschmack kann wirklich geil sein. Pinky Vodka, mit Rosenblättern und in rosa, war mein fave. Rest in peace, ich glaube den gibt es nirgends mehr.

Berliner Brandstifter


Design mäßig äußerst clean. ‚Bisschen schlicht‘ sagt Vattern, aber immer noch besser als die bauchigen schweren Flaschen. Außerdem unterstütze ich es immer, wenn Menschen Schnaps in echt verticken, weil der Opa mal für seine Crew Schnaps gebrannt hat. ‚Familientradition‘, wir verstehen. Geschmack: KRASS GUT. Scheint an den ‚feinsten französischen Zuckerrüben‘ zu liegen. Die sind sehr lecker. Hier auf dem Land liegen auch immer Berge von Zuckerrüben, vielleicht sollte ich die mal zweckentfremden. Wer braucht schon Zuckerrübensirup.
Die Botanicals werden von Hand gepflückt und die Spirituosen bei Schilkin in kleinen Auflagen produziert und von Hand abgefüllt. Als Beweis steht das Datum in Kuli auf der Flasche!

Freimut


Florian Renschin, Legende. Barkeeper lieben ihn, Kund*innen danken ihm. Zumindest sprechen die Awards und Auszeichungen für sich. Und die Leidenschaft, mit der Florian über das Thema Wodka sprechen kann! Sehr wichtig: Freimut wird aus „Norddeutschem Champagnerroggen“ hergestellt. Das ganz, ganz Besondere: die brennen den Alkohol selbst und kaufen ihn nicht ein. Wie genau das alles abläuft, könnt ihr auf der Seite nachlesen. Aber wie fanden wir ihn? Mein Vater hat ihn GELIEBT, ich fand ihn eher ok. Ist und bleibt Geschmacksache. Was wir beide nicht so mochten: das Design, die Eule, das Dunkle. Vielleicht haben wir es auch nicht verstanden. Auch hier: Geschmacksache. Und mein Vater betont, dass es geschmacklich für ihn einer der Besten war!

Mampe

Berlin, Berlin, wir trinken dich Berlin! Mampe ist ein Urgestein, sogar älter als die Goldelse! Bis 1984 gab es über 20 Likörprobierläden in ganz Berlin, kann die mal bitte wer zurück bringen? Im Kreuzberger Bergmannkiez könnt ihr die könnt ihr die gläserne Schnapsmanufaktur erleben und euch mal ordentlich was verkaufen lassen. Ach so, und ich will es wenigstens erwähnt haben: online findet ihr den Mampe Ginspirator. Und der Vodka? Leider geil, wie Berlin.

VODKA23

Der Markenauftritt von VODKA23 geht auf Style und vor allen Dingen Berliner Lifestyle. Wir können auch nicht oft genug auf ihre Aktion #supportyourlocalbar hinweisen. Ihr könnt Cocktailsets von Berliner Bars bestellen und der Erlös geht komplett an die Bars. Im Blind Tasting, kann man nicht anders sagen: Volle Punktzahl von beiden. Wir guckten uns an, und eine nickende Unterlippe bestätigte den Verdacht: ‚der kann was‘. Mit ein bisschen Recherche auch rausgefunden, dass VODKA23 besonders wenige Fuselöle hat, nach EU-Standards, und deshalb den Claim vertritt, keine Kopfschmerzen zu verursachen. Joah, das kann ich an dieser Stelle weder bestätigen noch dementieren, wir haben ja nur probiert. Die Flasche ist cool, aber auch Standard. Lang, Milchglas, schlicht, passt. Aber: Leuchtfunktion! Ihr könnt zwischen Diskobeleuchtung und einfach Erleuchtung wählen. Nicer Gag.

Abyme

Das ist mein persönlicher Design Gewinner! Ich liebe Literflaschen und das schlichte Logo passt mega in die Homebar. Außerdem: dieser Wodka wird die Welt retten. Der Bio-Schnaps wird fair und nachhaltig in regionalen Familienbetrieben produziert, es wird unabhängig von Investoren, Konzernen und Banken gehandelt und entschieden und die Firma gehört
allen Mitarbeiter*innen zu gleichen Teilen. Außerdem fördern sie kulturelle und soziale Projekte mit einem Teil ihrer Gewinne. Geschmacklich war der astrein, ich mochte den Geruch nicht, woraufhin ich ausgelacht wurde. Mein einziges Manko: der Name ist mir zu verkopft. Ich kann ihn mir nicht merken, aussprechen sowieso nicht.

[miz ɑ̃n‿abim]; also mise en abîme. Der Begriff Mise en abyme [mi:z‿ɑ̃n‿abim] (altfranzösisch abyme; von altgriechisch ἄβυσσος abyssos „ohne Boden, grundlos, unendlich“) stammt aus der Heraldik und bezeichnet ursprünglich ein Bild im Bild, mithin ein Bild, das sich selbst enthält. Also spielerisch beschwipst ich sehe leicht doppelt.

LION’s Vodka


Ach ja, unser Quotenbayer in der Runde! Vier Getreidesorten sind am Start: Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel. Alles bio-zertifiziert. Und ja. Wodka ist glutenfrei. Herrschaftszeiten. Motivation zur Gründung war übrigens eine waschechte Schnapsidee! Viele tolle Gins und andere Schnäpse hat The Duke Destillerie zu bieten. Geschmacklich hat der sowohl von Papa als auch von mir volle Punktzahl erhalten!

Kabumm

Mensch, da isser, der Sido Wodka! Die Flasche ist ganz klar der Design Gewinner, keine Frage, da gab es von beiden volle Punktzahl. Wir hätten auch ordentlich dafür geblecht, aber 80€? Puh. Geile Geschenkidee!!!

Mein Vater war auch von Geruch und Geschmack voll überzeugt, ich fand ihn geschmacklich tatsächlich nicht überzeugend, aus der ganzen Runde sogar, gab ihm vom Geruch her aber volle Punktzahl? Was war da los? Man kann niemanden zu seinem Glück zwingen, auch mich nicht.

O-Vodka

Weltbester Wodka steht in der Beschreibung, und was über 30 Mal destilliert wird, muss auch was halten! Tut es. Der Wodka aus Bio-Weizen, einzige Zutat neben dem Urgesteinswasser, kriegt geschmacklich fast die volle Punktzahl. Das Wasser hat es übrigens in sich, Naturschutzgebiet, besonders weich weil kalkarm und aus dem Granit- und Gneishochland. Hier könnt ihr alles dazu nachlesen. Wie das wohl die Berliner Wodkas machen? Importieren die ihr Wasser? Wo gab es hier Abzüge? Jup. Design. Nicht unser Fall. Vattern mag keine bauchigen Flasche und mich erinnerte das alles an 90er Jahre Badezimmer. Kann aber der Destillerie egal sein, der Wodka ist top.

Roots

Mon dieu, dieses knuffige Ding! Hier war die gleiche Problematik wie bei Cocü. Ich entzückt von Süße und Geschmack, mein Vater verwirrt. Bis er sogar fast von alleine auf die Süßkartoffeln kam! Design fanden wir beide super und tatsächlich mal etwas anderes. Wird in sehr kleinen Mengen hergestellt, deshalb Augen und Ohren auf, wenn es mal wieder eine Ladung gibt.

Mozarter

Unsere Wild Card! Wir waren uns nicht sicher, fiel den Geschenkeshop Leuten nichts mehr ein oder sind die Zielgruppen Mozart Groupie und Vodka Liebhaber ein und dieselbe? Who knows. Den Vodka kann man trinken, und genießen. Achtung: wenn man 55€ übrig hat. Aber das wird echten Mozart-Fans jeder Cent wert sein!

Zum Schluss ein Witz!

Ich soll euch noch diesen Witz erzählen: In der Sowjetunion waren die billigen Wodkas, den die normalen Leute tranken, sehr lange mit einer Art Wachsverschluss verschlossen. ihr merkt es schon, der war zum Abreißen, und danach konnte man ihn nicht mehr zumachen. Vereinfacht wurde das durch einen kleinen Zipfel. Also das Abreißen. Irgendwann wurde der Zipfel nicht mehr mitproduziert. Die Menschen fingen an, sich zu beschweren. Breschnew erfuhr von diesen Protesten und wunderte sich. Er ging zu seinem Wodka, öffnete den Schraubverschluss, und sagte: „Geht doch ganz einfach auf?“

And the winner ist…

Ihr wollt es wirklich wissen, ne?

Ich betone es ein letztes Mal: jeder einzelne Wodka war gut. Jeden einzelnen kann man bedenkenlos kaufen und macht nichts falsch. Deshalb liegen die meisten auch im oberen Mittelfeld, aber zwei haben es dann doch fast zur vollen Punktzahl in allen Kategorien geschafft

Einzelbewertung

Für meinen Papa war das punktgleich VODKA23 und KABUMM. Für mich Cocü. Zweitplatzierte mit nur 0,5 Punkten Abstand bei meinem Papa ist übrigens der LION’s Vodka und bei mir mit nur einem Punkt Abstand der VODKA23.

Gesamtbewertung

Rechnet man nun alle Punkte zusammen, dann ist der VODKA23 der Gewinner! HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! Das ist euer Siegel, ein Jahr lang seid ihr nun der offizielle Hauptstadtmutti Wodka Winner!

Platz 2 geht an KABUMM und Platz 3 an den LION’s Vodka. Auch euch herzliche Glückwünsche.

Vielen Dank an alle fürs Mitmachen und Bereitstellen des Testmaterials. Niemand hat uns für dieses Tasting bezahlt.

Ein großes Dankeschön geht an den Fotografen und Barkeeper Kai Senf.

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