MomCrushMonday: Anna Mendel von @annamendel.official

Es ist mir eine große Ehre, Anna Mendel von @annamendel.offical als MomCrush des Monats vorzustellen! Wenn ihr sie noch nicht kennt, auf ihrem Account geht es um Aufklärung und Alltag und bedürfnisorientierte Elternschaft. Sie bespricht Themen wie Mental Load, Care Arbeit und gleichberechtigte Elternschaft.

Ein Vorstellungspost, der gut zusammen fasst, wie sich meine allgemeinen Werte auf mein Mutter sein auswirken:

Geht immer
Zweites Frühstück für mich, wenn alle Kinder aus dem Haus sind. Snackteller am Nachmittag, wenn alle zurück und hungrig sind. Bunte Kleidung bei trüber Stimmung. Witze machen mit meinem Mann. Nachrichten gleich beantworten, wenn es kurz und knackig sein soll.

Geht gar nicht
Stress im Straßenverkehr, vor allem verbunden mit Terminen, da geht mein Stresslevel extrem schnell hoch. Wenn der Große mysogine oder rassistische, verbale Scheiße nach Hause bringt. Wenn jemand nicht akzeptieren kann, wie wir unsere Kinder erziehen, z.b. geschlechtsoffen oder feministisch. Blöde Kommentare, die sich selber als kritisch und freie-meinungs-Shit bezeichnen würden, aber letztendlich nur Hatespeech in schicken Klamotten sind.

Lieblingsort mit Kind in Stuttgart
Der Killesbergpark. Dort können wir viele Stunden verbringen, auf dem Spielplatz, am Jahrmarkt, auf der Wiese. Freunde ärgern mich bis heute damit, als wir zum ersten Mal zusammen dort waren, dass ich dauernd gerufen hab „Hier isses ja voll schön!“ Ganz offensichtlich hatte ich vergessen, dass ich als Kind schon oft dort war.

Lieblingsort ohne Kind in Stuttgart
Restaurant im Breuninger oben drin. Dort muss ich mein Essen nicht teilen und es gibt sehr leckere Törtchen und Macarons zum Kaffee. Leider sehr teuer, wie so vieles in Stuttgart. Deswegen wohne ich auch außerhalb 😊

Vorbild
Ninia LaGrande. Ihre Karriere ist schillernd und vielseitig. Ihr Style ist konsequent und selbstbewusst. Ihre Mutterschaft feministisch und liebevoll.

In 5 Jahren…
…sind wir hoffentlich so weit, dass ich einen Teil meiner Persönlichkeit unter der Care- und Pflegearbeit wieder rauskramen kann und mich auf’s Schreiben und Arbeiten konzentrieren kann. Mit behinderten Kindern kann dieser Punkt auch irgendwann kommen, für manche später, für andere viel später oder vielleicht auch gar nicht. Ich hoffe, bei uns ist es „nur“ später. Bis dahin schreibe ich mein Buch, das im Frühjahr 2023 im Brimboriumverlag erscheint, immer dann, wenn grad ein Fetzen Zeit übrig ist: am Wochenende vor dem Frühstück, nach dem Einkaufen und bevor das erste Kind zum Mittagessen heim kommt. Mein Traum wäre, noch einige Bücher zu schreiben.

Über den Neid als pflegende Mutter von Weihnachten:

Das war richtig hart
Alle Krankenhaus-Episoden mit jedem unserer fünf Familienmitglieder. Aus der ersten Elternzeit zurückkommen und nicht mehr ernst genommen werden, weil ich nur noch 70% gearbeitet habe.

Das Schönste am Älterwerden
Eigentlich hätte ich gesagt „dass mir vieles egal ist und ich mich freier fühle als früher“, aber das hat wenig mit dem Älterwerden an sich zu tun. Das liegt viel mehr daran, dass ich viel reflektiert habe, viel über mich und die Gesellschaft und über ungeschriebene Regeln für FLINTAs gelernt habe.

Lieblingsserie
Supernatural und Akte X. Dämonen, Vampire, Aliens, der Kampf Gut gegen Böse, Brüder-Vibes, Mulder und Scully. Das wären so ziemlich die Serien, die ich wählen würde, wenn ich nur noch 1-2 für den Rest des Lebens gucken dürfte.

Lieblingsbücher
Die unendliche Geschichte. Mein Leben lang schon. Große Liebe. Und die Narnia-Reihe, die eigentlich für Kinder ist (glaube ich). Aktuell habe ich zu wenig Zeit zum Lesen und um ein aktuelles Lieblingsbuch zu nennen.

Gönnung ist
Zeit und Unbeschwertheit. Zeit nur für mich. Stunden, in denen nur ich zähle, in denen ich mich nicht zerreißen muss, in denen ich den Mental Load einfach liegen lassen kann, in denen ich nichts muss. Sich keine Sorgen machen müssen. Unbeschwert in den Tag gehen, auf die kommende Woche schauen, unbeschwert einen Urlaub planen, all das kenne ich nicht mehr und werde es ne ganze Weile nicht kennen.

Style
Colourblocking. Je farbiger, desto besser. Große Muster, schwingende Röcke, Midikleider, gern angelehnt an den 50er Style. Sidecut bei den Haaren, aber eigentlich habe ich auch Lust auf kurze Haare. Nur dafür müsste ich regelmäßig zur Friseurin und nicht nur 1-2 Mal im Jahr.

Über gleichberechtigte Elternschaft und die Aufteilung von Carearbeit und Mental Load:

Was ich zuerst mache, wenn das Kind im Bett ist
mich fertig machen und auch ins Bett gehen. Dort schaue ich dann noch eine Serie, schreibe Emails, doomscrolle oder lese. Der Große schläft als Autist eher unruhig und wenn er weinend wach wird, muss jemand in der Nähe sein. Sein Zimmer ist genau gegenüber von unserem Schlafzimmer.

24h ohne Kind
(außer Haus) sind richtig gut und voll mit Serie gucken, Sushi im Bett, Mittagschlaf, Schreiben und zwischendurch doch wieder an alles denken, was noch erledigt werden muss. Wenn die Kinder selber nicht da sind (Kurzzeitpflege, Schullandheim) ist es schon komisch. Kommt bei uns halt wirklich sehr selten vor und irgendwie fehlt dann jemand am Tisch.

Fähigkeit die du an dir magst
ich kann Dinge, von denen ich was verstehe, richtig gut erklären. Meist auch recht neutral, so dass viele Leute einen Zugang dazu finden und eine neue Perspektive sehen oder ihre erweitern können. Ich bin halt auch richtig gut darin, vor Leuten zu reden und zu erklären. Wer mich gern mal zu nem Podcast oder zum Interview oder für nen Vortrag zu einem meiner Herzensthemen Anti-Rassismus, Gleichberechtigte Elternschaft, Pflegende Eltern einladen möchte – hit me up.

Was ich gelernt habe, seit ich Mutter bin
es kostet unheimlich viel Kraft, den Alltag mit Menschen zu teilen, die von mir abhängig sind und für die ich immer das Beste gebe. Ich hab auch gelernt, dass ich ein bisschen von diesem Besten für mich behalten muss, sonst ist irgendwann nichts mehr von mir übrig. Und ich habe gelernt, dass Kinder bereits von Anfang volle Persönlichkeiten sind und ich sie so behandeln und erziehen und in Beziehung gehen muss.

Über Antidepressiva in der Schwangerschaft:

Studiobilder: Kim Hoss

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Wenke von @kind.und.kunst

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